Depression: Kampf gegen die Dunkelheit | Faszination Wissen | Doku | BR


Depressionen,
das schwarze Loch der Seele. Was man gegen die tun kann,
jetzt bei FASZINATION WISSEN. Untertitelung: BR 2017 Sie glauben gar nicht, wie viele Prominente
unter einer Depression leiden oder gelitten haben:
z.B. Ernest Hemingway. Van Gogh. Der alte Beethoven angeblich. Oder etwas neuzeitiger:
Bruce Springsteen. Weiß man meistens nicht. Die wenigsten hängen eine Depression
an die große Glocke. Aber es sind viele, auch
Nicht-Prominente, davon betroffen. Jeder fünfte Deutsche leidet
irgendwann an einer Depression. Das ist gefährlich. Depressionen können Menschen
in den Selbstmord treiben. Sie sind schwer zu diagnostizieren. Wir schauen uns heute an,
ob die Wissenschaft uns da inzwischen klare Kriterien
an die Hand geben kann und wie gut man heute
eine Depression behandeln kann. Es ist wie eine schwere Decke,
die auf einem liegt, wo man denkt,
“Die krieg ich nicht bewegt. Ich kann es nicht,
ich krieg’s nicht hin. Es ist zu schwer.” Wenn ich aufgestanden bin,
wenn man’s geschafft hat, hat man etwas wie Klötze am Bein. Als wenn mir jemand die ganze Kraft
aussaugt, obwohl ich nichts tue. Heidrun hat Depressionen,
seit fast 30 Jahren. Lange Zeit erkennt sie nicht,
dass sie krank ist, schleppt sich durch jeden Tag. Bis sie zusammenbricht,
sich umbringen will. Obwohl Heidrun zwei Söhne hat,
damals 11 und 13 Jahre alt. Da war Punkt, wo ich dachte,
den Kindern geht’s besser ohne mich, ohne meine Krankheit, ohne dass sie
immer so viel mittragen müssen. Dann hätten sie, nicht mit mir,
aber ein geregeltes Leben, mit dem Vater, sonst wem. Sie müssten nicht immer sehen,
wie ich nicht funktioniere. Depression ist die häufigste Ursache
für einen Selbstmord. Etwa jeder zehnte Betroffene
nimmt sich das Leben. Heidrun tut es letztlich doch nicht, damit sich ihr Umfeld
keine Vorwürfe macht. Doch trotz einer Therapie kann sie sich nicht richtig
um ihre Söhne kümmern. Vor zwei Jahren musste Heidrun
die Kinder weggeben. Sie wachsen jetzt beim Vater auf. Dieser Spielplatz
erinnert sie an ihre Kinder. Deshalb kommt sie öfter her. Ich konnte die Verantwortung
für die Kinder nicht übernehmen, weil ich die Kraft nicht hatte, ständig meine Augen
überall zu haben. Wie andere sagen, es war so nett,
als sie klein waren. Ich weiß, es war nett,
aber ich konnte es nicht genießen. Ich hatte eigentlich
gar nicht so schwierige Kinder. Aber es lässt sich
nicht mehr ändern. Ich kann es nicht mehr
rückwirkend ändern. Auch wenn ich vorwärts schaue,
ist nicht mehr so viel übrig. Doch wieso hat Heidrun die Krankheit
so viele Jahre nicht erkannt? Das liegt u.a. daran, dass es bei ihr nicht
den einen konkreten Auslöser für eine Depression gab. Die Krankheit kam
schleichend in ihr Leben. Richtig schlimm wurde es, als sie sich alleine
um die Kinder kümmern musste, weil die Ehe zerbrach
und sie einen neuen Job anfing. Ich hab immer gedacht,
es vergeht wieder, außerdem, klar: “Bis du dich umgestellt hast,
es alleine zu machen und dich an Arbeit gewöhnt hast
und ja und ja und ja.” Oder auch so,
wie ich früher dachte: zu faul. Das war ja öfters so, dass du dich nicht motivieren
wolltest oder konntest, dann ist das jetzt halt so. Die Ursachen von Depressionen
sind vielfältig. Deshalb ist die Krankheit
schwer zu erkennen. Oft kommen mehrere Faktoren zusammen. Manche Menschen haben
eine genetische Veranlagung, Depressionen zu bekommen. Wenn ein Elternteil erkrankt ist,
liegt die Gefahr, selbst eine Depression zu entwickeln,
bei etwa 15%. Eine Rolle spielt auch eine
psychische Belastung in der Kindheit und die eigene Persönlichkeit. Menschen,
die kaum Selbstbewusstsein haben, extrem perfektionistisch
und leistungsorientiert sind, sind stärker gefährdet,
an einer Depression zu erkranken. Außerdem begünstigt wohl
ein gestörter Gehirnstoffwechsel die Krankheit. Unsere Gedanken und Gefühle
hängen davon ab, wie die Nervenzellen
in unserem Gehirn zusammenwirken. 100 Milliarden sind
netzartig miteinander verbunden. Sie kommunizieren
mithilfe von Botenstoffen. Doch entweder sind diese Botenstoffe
bei Depressiven in zu geringer Konzentration
vorhanden oder die Übertragung
funktioniert nicht richtig. Das beeinflusst Gefühle,
Lebensfreude oder Antriebskraft. Als erwiesen gilt auch: Lang anhaltender Stress,
etwa durch die Arbeit, kann Depressionen mit auslösen. Bei vielen Depressiven ist
der Blutspiegel von Cortisol erhöht, einem typischen Stresshormon. Studien haben gezeigt, dass der Körper von Depressiven
ungewohnt viel davon produziert. Das verstärkt wiederum ihre Symptome. Ähnlich wie Heidrun hat auch Maria
ihre Depression erst nicht erkannt. Dabei gab es bei ihr
einen konkreten Auslöser. Nur einen, den sie
überhaupt nicht erwartet hat: Die Geburt ihres Kindes. Maria hat eine
postpartale Depression. Rund 10-20% der Mütter
erkranken daran. Wie viele der Betroffenen kann sich Maria anfangs
nicht um ihr Kind kümmern. Da werde ich jetzt emotional. Du hast ein Wunschkind und trotzdem ist es anstrengend,
das war klar. Aber dass du dann
solche schlechten Träume hast und Selbstmordgedanken aufkommen,
das war dann schon … Da hab ich es aber immer noch nicht
so wahrgenommen. Hab weiter gemacht. Dabei geht es ihr auch körperlich
immer schlechter. Ich hab mich nicht bewegen können,
ich habe Schmerzen gehabt. Ich hab nicht aufstehen können, ich hab den Kleinen
nicht pflegen können oder sonst dergleichen. Massive Gliederschmerzen:
Maria weiß nicht, dass das bei Frauen ein typisches
Symptom einer Depression ist. Zusammen mit
Herz-Kreislauf-Beschwerden, Gewichts-Zu- oder Abnahme
oder Verdauungsproblemen. Männer haben oft zunächst
weniger körperliche Symptome. Sie werden erst mal
aggressiv, wütend, unruhig. Depression hat viele Gesichter, auch deshalb wird sie oft
erst spät erkannt. Und dann ist da noch die Scham. Dass sie Depressionen hat, konnte sich Heidrun
lange Zeit nicht eingestehen. Selbst heute noch verkriecht
sie sich lieber wochenlang, anstatt Freunden zu sagen, dass sie in einer
depressiven Phase steckt. Ich hab Angst vor dem Telefon,
ich habe Angst, da anzurufen, da geht sofort in meinem Kopf los: “Was sagt du, wie erklärst du,
dass du erst so spät anrufst? Was machst du, wenn die dich fragen,
wie es dir geht?” Selbst bei der besten Freundin,
die das versteht, selbst da fange ich an zu rotieren
und zu überlegen: “Darf ich die damit belästigen,
dass es mir nicht gut geht?” Doch Heidrun will die Krankheit
unbedingt in den Griff kriegen. Deshalb fängt sie morgen
zusätzlich zur Psychotherapie eine weitere Therapie an,
eine ganz besondere. Wir werden sie dabei begleiten. Maria hingegen bräuchte
dringend eine Therapie. Noch ist sie krankgeschrieben, doch bald muss sie
wieder in die Arbeit. Zwei Mal hat sie dort
bislang kurz vorbeigeschaut, mit großen Schwierigkeiten. Ich hab 45 Minuten gebraucht, obwohl ich für den Weg vielleicht
10 oder 15 Minuten brauche. Maria muss unbedingt
mit einem Therapeuten klären, woher die Angst kommt. Einen Therapieplatz zu finden,
ist extrem schwer. Auch für Maria,
wie wir später sehen werden. Depression hat viele Auslöser
und viele Gesichter. Experten schätzen, dass nur
jede zweite Depression erkannt wird. Viele landen mit Beschwerden
wie Bauchweh oder Herzschmerzen beim Facharzt und der behandelt
Symptome, nicht den Kern der Sache. Ein eindeutiger Test
für Depressionen wäre für alle Betroffene
also ein Glücksfall. Forscher in Freiburg sind da dran. Die psychiatrische Abteilung
der Freiburger Uniklinik. Sabine will heute erfahren,
ob sie Depressionen hat oder nicht. Es ist für mich sehr wichtig
herauszufinden, ob meine Stimmungsschwankungen
aufgrund von Stress im Alltag sind, weil ich sehr lange
sehr schlecht schlafe, oder ob es eine Depression
sein könnte, die dahintersteckt. Für den Test werden Elektroden
an Sabines Hornhaut gelegt. Sie registrieren
winzige Stromimpulse, mit denen die Rezeptoren der Netzhaut
jeden Reiz in ein Bild verwandeln. So können sie messen, wie gut Sabines
Netzhaut auf Kontraste reagiert. Bitte machen Sie kurz Ihre Augen zu. Noch mal aufmachen. Ist das okay für Sie? – Ja. Ist es schon drin? – Ja, ist schon drin. Bei Depressiven fehlen Botenstoffe
nicht nur im Gehirn, sondern auch an der Netzhaut. Durch die geringere Aktivität
der Nervenzellen reagiert die Netzhaut schlechter
auf Schwarz-Weiß-Kontraste. Depressive sehen also
die Welt in Grau, hat Ludger Tebartz van Elst
herausgefunden. Dass vielleicht
so ein schwacher Kontrast gar nicht mehr richtig gesehen wird
und ein starker Kontrast subjektiv wie ein schwächerer
wahrgenommen wird. Das Gerät zeichnet die Reaktion
der Netzhaut als Amplitude auf, also als Ausschlag. Je größer der Kontrast,
desto größer der Ausschlag. Ist Sabine depressiv, müsste jeder Ausschlag
deutlich kleiner sein als bei einer gesunden Person. Jetzt ist es z.B. ein starker Reiz, den nehmen Depressive so wahr
wie vorhin den schwächeren. So, nehmen Sie Platz. Eine Stunde dauert der Test,
dann erfährt Sabine ihr Ergebnis. Tebartz van Elst hat
die Werte eines depressiven Menschen und eines Gesunden
zum Vergleich mit dabei. Die Ausschläge beim Depressiven sind
sehr niedrig, die beim Gesunden hoch. Und Sabines Werte? Wir sehen hier Ihre Kurve. Was man sieht, ist, dass die Größe
der Amplitude kleiner ist als bei der Gesunden. Kann man mit bloßem Auge erkennen, dass das eine
nicht so große Amplitude ist, was gut zur Depression passt. Was man aber auch sehen kann, ist, dass es einen Unterscheid
zwischen den Augen gibt. Sie sehen auf dem linken Auge …
– Ja, mit dem seh ich nicht so gut. Da muss ich zum Testen. Der Test zeigt eine Depression
bei Sabine an. Die Werte sind wegen ihrer
Sehschwäche aber nicht eindeutig. Trotzdem ist sie froh,
dass es eine Möglichkeit gibt, die Krankheit greifbar zu machen. Es ist eine Erleichterung, wenn man das
schwarz auf weiß darstellen kann. Wenn ich mir den Arm breche,
dann sieht jeder, die Frau ist verletzt,
die hat einen Gips. Und dann heilt das wieder
und ist gut. Aber wenn man sich nicht wohlfühlt
und Depressionen hat oder Verstimmungen,
das sieht die Welt nicht. Noch ist der Test
in der Entwicklungsphase. Dass aber überhaupt
für die Mehrheit der Depressiven individuell ein Messwert feststellbar
ist, ist ein großer Fortschritt. Es klingt schräg, aber
darin steckt eine echte Chance: In Zukunft soll Sie Ihr Optiker
auf Depressionen testen können, als Ergänzung zur Befragung
durch den Arzt. Hat man dann eine sichere Diagnose, kann man sich darum kümmern,
gesund zu werden. Ein wichtiger Baustein ist
das Gespräch beim Therapeuten. Aber bei welchem
und mit welcher Methode? Legt man sich
klassisch auf die Couch? Versucht man es
mit einer Verhaltenstherapie? Das sind Formen, die von
der Krankenkasse gezahlt werden. Aber es gibt noch viele andere. Selbst wenn man sich
entschieden hat, braucht man immer noch
einen Therapieplatz. Maria malt, sie will sich ablenken: Maria hat immer noch
keinen Therapieplatz. Dabei sind es jetzt nur noch wenige
Wochen bis zum ersten Arbeitstag. Angefangen mit dem Malen hat Maria
in einer psychiatrischen Klinik. Weil sie sich nicht um
ihren Sohn Sami kümmern konnte und suizidgefährdet war,
bekam sie dort einen Platz. Neben Psychotherapie war Malen
unter therapeutischer Aufsicht ein Teil der mehrwöchigen Behandlung. Am Anfang war es komisch, weil ich nie jemand war,
der gemalt hat. Irgendwann merkt man,
dass es einem doch Spaß macht, dass man runterkommen kann
und abschalten kann. Zuhause muss sich Maria
um Sami kümmern. Dazu ist sie
dank des Klinikaufenthalts mittlerweile in der Lage. Doch auch wenn die Selbstmordgefahr
vorbei ist, gesund ist Maria nicht. Sie hat panische Angst
vor der Arbeit. Da ich immer noch
keinen Psychologen, Psychotherapeuten
gefunden habe, ist es für mich noch schwieriger, das aufzuarbeiten. Weil man immer noch nicht
den Punkt gefunden hat, warum das so heftig bei mir ist. Und warum es so schlimm ist, obwohl es eigentlich
nicht schlimm sein sollte. Das Problem: In Deutschland werden zu wenige
Therapeuten von der Kasse gezahlt. Drei Monate warten Patienten
im Schnitt auf einen Termin. Du kommst da nicht voran,
es ruft keiner zurück, auch nicht zum Absagen
rufen sie zurück. Irgendwann hast du die Lust
und die Kraft nicht dazu, dass du denen
hinterher telefonierst. Heute will Maria es wieder versuchen. (Bandansage)
“Hier ist der Anrufbeantworter. Ich bin momentan telefonisch
nicht zu erreichen.” Das ist auch interessant. Doch immer nur der Anrufbeantworter
oder Absagen. Qualifizierte Therapeuten
ohne Kassenzulassung können eine Alternative sein. In manchen Fällen übernimmt
sogar die Krankenkasse die Kosten. Hätte ich das Geld,
würde ich sofort mir einen suchen, wo ich selber zahlen kann. Aber ich hab das Geld nicht. Maria übt deshalb alleine
den Weg in die Arbeit. Sie hofft, dass es leichter wird,
wenn sie ihn öfter geht. Das letzte Mal hat sie für 2 km
45 Minuten gebraucht. Wie wird es diesmal gehen? Es wird immer schlimmer. Das Pumpen auch vom Herz. Da kommt jetzt
mein Sturschädel raus, weil ich das schaffen möchte. Kurz vor dem Ziel
kann Maria nicht mehr weiter. Doch dann kommt unerwartete Hilfe. Ihre Chefin hat das Kamerateam
gesehen und kommt raus. Seit 17 Jahren arbeitet Maria
im Laden ihrer Chefin. Die gibt ihr die Zeit, ihre Krankheit
in den Griff zu bekommen und langsam wieder
in die Arbeit einzusteigen. Das muss man halt langsam anfangen. Den Plan nicht zu voll machen. Wenn sie kurz raus muss,
muss sie raus. Das kriegen wir schon hin. Die Geduld und Sensibilität
ihrer Chefin entlasten Maria. Trotzdem will sie weiter
nach einem Therapeuten suchen. Wenn man es geschafft hat,
einen Therapeuten aufzutreiben, der noch Zeit hat,
dann ist eines wichtig: Patient und Therapeut, das ist eine richtige Beziehung,
das muss passen. Deswegen hat man da das Recht
auf fünf Schnupper-Stunden. Angenommen, man hat
den richtigen Therapeuten gefunden, dann kann man überlegen,
ob man die Depression noch von anderen Seiten aus
in die Zange nimmt. Man kann versuchen, das
Selbstbewusstsein wiederaufzubauen, das oft durch die Krankheit
verloren geht. Z.B. mit der Boulder-Therapie. Rausklettern aus der Depression: Wir haben uns angeschaut,
ob das funktioniert. Heidruns erster Therapietag
in der Kletterhalle. Drei Stunden Bouldern stehen den
Teilnehmern jeden Donnerstag bevor, acht Wochen lang. Der Trainer zeigt, wie es geht. Noch ist Heidrun etwas skeptisch. Hoch geht, runter eher weniger. Ich werde es sehen. In geringer Höhe geht es los,
doch Heidrun merkt schnell, beim Klettern ist
absolute Konzentration gefragt. Es geht nicht nur um Spaß am Sport,
sondern um Selbstvertrauen. Seit 2013 helfen die
Bouldertherapeuten hier Depressiven. Dass die Therapie wirkt, haben Wissenschaftler
der Uni Erlangen bestätigt. Da kam dann
nach 130 Teilnehmern raus, dass es sehr effektiv ist und die Depression von schwer
auf mittelschwer sinken konnte. Nach einer Stunde
hat sich Heidrun schon gesteigert, weil sie nicht aufgibt, sich Schritt für Schritt
an ihre Ängste herantastet. Oben an der Wand kann sie
nicht einfach abbrechen. Wie gehe ich
mit Erfolgserlebnissen um, wie mit Frustration,
das sind alles Dinge, auch Vertrauen, die ich
an der Kletterwand üben kann und die sich durch die Erfahrung,
die ich gemacht habe, im Alltag auch zeigen. Am Ende der drei Stunden will Heidrun
eine schwerere Wand hinauf. Dabei ist sie schon
ziemlich erschöpft. Wenn du es machst,
mach es entschlossen. Sie gibt auf. Das kriegen wir hin,
wir haben ja Zeit, noch viele Wochen. Ich lass mich überraschen,
sonst setze ich mich unter Druck. Mir gehen die Ohren zu. Wir werden Heidrun am Ende
der Klettertherapie wieder treffen. Zurück zu Maria. Sie hat
immer noch keinen Therapieplatz. Immerhin nimmt sie Antidepressiva. Neben einer Therapie für viele der zweite wichtige Baustein
zur Behandlung der Krankheit. Doch wie funktionieren die? Die meisten Antidepressiva wirken auf den gestörten Stoffwechsel
im Gehirn der Betroffenen. Sie versuchen, die Kommunikation
der Nervenzellen zu verbessern, indem sie Andockstellen blockieren
und so die rasche Rückkehr der wenigen vorhandenen Botenstoffe
in die Ursprungszelle verhindern. Denn je mehr und länger Botenstoffe
zwischen den Zellen wirken, desto weniger depressive Symptome
zeigen die Patienten. Doch bei einigen
schlagen Antidepressiva nicht an. Bei vielen vergehen Monate, bis sie das für sich
passende Medikament finden. Wie ist es bei Maria? Sie hat keinen Therapieplatz. Da sollten wenigstens
die Medikamente richtig wirken. Ich hab das Gefühl nicht,
dass sie mir was bringen, weil ich den Tag
genauso noch gerädert bin. Ob ich sie einnehme oder nicht, ist momentan
eigentlich ziemlich wurscht. Doch Maria kann herausfinden, welche Antidepressiva die für sie
am besten geeigneten sind. Wir ermöglichen ihr,
einen Test zu machen, der neu auf dem Markt ist. Dafür muss Maria nur
Blut abnehmen lassen. Florian Holsboer hat den Test
zusammen mit anderen Forschern am Max-Planck-Institut für
Psychiatrie in München entwickelt. Das Gehirn ist
von Natur aus geschützt vor allen körperfremden Substanzen,
auch Medikamenten. Deswegen sind die Blutgefäße
in unserem Gehirn übersät mit kleinen Wächtermolekülen,
die verhindern, dass etwas Fremdes
in das Gehirn hineinkommt. Dazu zählen aber leider
auch die Antidepressiva. Diese Wächtermoleküle
behindern den Eintritt von Medikamenten in das Gehirn. Das ist aber von Mensch zu Mensch
unterschiedlich. Ob man wachsame oder
schwache Wächtermoleküle hat, bestimmt ein Gen. Je nachdem, welchen Genotyp man hat, gelangen einzelne Antidepressiva
gut oder schlecht ins Gehirn. Nach der Blutabnahme erfährt Maria, welche Auswirkungen der Genotyp
auf die Medikamenteneinnahme hat. Wenn Sie den weniger günstigen
Genotypen haben, dann wird man
mit der normalen Dosierung nicht schnell genug
zum Ziel kommen. Man wird versuchen,
eine höhere Dosierung zu geben oder ein Medikament, das vom
Wächtermolekül nicht erkannt wird, oder andere Medikamente, die die Wirkung der Antidepressiva
verstärken können. Normalerweise kostet der Test
Kassenpatienten circa 160 Euro. Privatpatienten
wird er meist erstattet. Das Ergebnis wird Maria erst nach
ihrem ersten Arbeitstag erfahren. Bis dahin werden wir sie nicht sehen. Maria will an diesem schwierigen Tag
alleine sein. Heute ist der letzte Tag
der Boulder-Therapie. Traut Heidrun sich jetzt mehr
als vor acht Wochen? Geschafft. Mein Zutrauen in mich selbst
ist größer geworden. Deutlich größer. Ich hab immer gedacht,
es geht eh nichts mehr. Es geht aber doch noch einiges. Auch bei den anderen Teilnehmern haben die Boulder-Therapeuten
eine Veränderung bemerkt. Mein Eindruck ist, dass viel mehr Freude da ist,
erlebte Freude. Dass mehr Energie da ist
und mehr Selbstvertrauen v.a. auch. Aber wirkt sich die Veränderung
durch die Boulder-Therapie auch außerhalb der Kletterhalle aus? Tatsächlich, Heidrun zieht sich nicht
mehr sofort auf die Couch zurück. Selbst das,
was mir Spaß gemacht hat, hab ich nicht mehr geschafft. Das geht jetzt. Nicht immer an allen Tagen,
aber doch regelmäßig. Was den Haushalt angeht, versuche
ich in kleinen Schritten anzufangen, aber die auch verlässlich
dann am Tag zu machen. Wenn ich nur fünf Minuten
gemacht hab an Haushalt, das fühlt sich ja schon gigantisch
an, wenn man was geschafft hat. Zumindest für den Moment hat die Boulder-Therapie
bei Heidrun viel gebracht. Es ist kein Kampf. Nicht immer, aber sehr häufig,
dass ich nicht mit mir kämpfen muss. Das ist echt das Beste, dieser Kampf,
der weniger geworden ist. Heidrun hat sich vorgenommen, künftig auch alleine
klettern zu gehen. Geht es Maria ähnlich gut? Sie hatte ja ihren ersten Arbeitstag. Hat es sich für sie ausgezahlt,
den Weg immer wieder geübt zu haben? Für das, dass ich am Anfang
gar nicht konnte und der Weg in die Arbeit
schon schwer war, es ist zwar immer noch anstrengend, aber ich hab zumindest mal
den ersten Schritt gemacht. Das ist für mich sehr wichtig
und richtig gewesen, wie ich es gemacht habe. Und Maria hat Post
vom Labor bekommen. Jetzt wird sie herausfinden, ob die
Antidepressiva, die sie bisher nimmt, die am besten geeigneten sind. Ergebnisinterpretation: Die
nachgewiesenen genetischen Varianten weisen auf eine verminderte Passage
von Antidepressiva durch die Blut-Hirn-Schranke hin. Das, was ich mir fast gedacht habe. Marias Medikamente sind also
nicht die richtigen für sie. Trotzdem ist sie erleichtert. Definitiv. Ich muss ja was einnehmen. Ich muss ja mir selber was Gutes tun
in dem Sinne. Wenn das bis jetzt nicht gewirkt
hat, was ich eingenommen habe, muss ich mich mit meiner Ärztin
in Verbindung setzen und schauen,
was es für Möglichkeiten gibt oder was es für andere Medikamente
gibt, was ich einnehmen kann. So wie früher vor der Depression
wird Maria wohl nie wieder werden. Doch sie hat gelernt,
mit der Krankheit zurechtzukommen, auch, um Sami
eine gute Mutter zu sein. Künftig muss Maria hoffentlich
nicht mehr alles alleine schaffen. Sie hat Aussicht auf einen
Therapieplatz ganz in der Nähe. Man kann allen Patienten,
die wir heute kennengelernt haben, nur die Daumen drücken. Wir haben bei Maria gesehen,
wie schwierig es ist, einen Therapeuten zu finden. Da herrscht definitiv ein Mangel. Dabei hat uns die Boulder-Therapie,
die Heidrun gemacht hat, gezeigt, wie viel man mit einer
umfassenden Therapie erreichen kann. Es ist zwar nicht
jede Depression heilbar. Aber man muss sich als Betroffener
nicht in sein Schicksal fügen. Man kann versuchen,
sein Leben zurückerobern. Mehr Wissen gibt’s
auf unserer Homepage. Bis zum nächsten Mal! Untertitelung: BR 2017

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Comments

  1. Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat. Johannes 3.16 Bibel.

  2. Leider werden Psychopharmaka viel zu schnell verordnet. Wir sehen das bei unseren Patienten immer wieder. Schon der kleinste Hinweis des Patienten auf eine vermeintliche psychische Belastung und der Arzt greift in die Schublade. Dabei lassen sich durchaus mit konventionellen Methoden Besserungen erreichen. Auch eine umfassende Labordiagnostik (nicht nur das kleine Blutbild!) kann wichtige Ergebnisse liefern. Wir konnten in nicht wenigen Fällen Patienten dazu verhelfen, Psychopharmaka zu reduzieren oder ganz darauf zu verzichten. Es hat in diversen Fällen auch die Möglichkeit gegeben, mit speziellen hochwertigen Nahrungsergänzungen Patienten aus der Krankschreibung in das Arbeitsleben zurückzuführen. Aber als Therapeut (Arzt) muss man sich hier auch mal Zeit nehmen, zuhören und nicht nur Schubladendenken oder Leitlinien stur anzuwenden.

  3. Tag täglich ein Kampf mit sich selbst…dann kommt der Gedanke reicht ja auch mal. Wiederum etwas in einem sagt tu es nicht andere haben es schlimmer im Leben. Doch in einem zerfällt die Welt alles sinlos. Hundert mal starb ich im Tode. Erschreckend aus dem Nebel erwacht. Froh doch noch zwischen den Lebenden zu wandern. Ich weiss so lange geht es nicht.

  4. Ich denke jeder Mensch hat irgendwie Depressionen. Der Eine steigert sich rein der Andere nicht. Genetik und Intelligenz spielen sicherlich auch eine große Rolle.

  5. Diese Angst vor der Arbeit hatte ich auch ganz schlimm nach einem Burnout und Depressionen. Nur mit meiner Therapeutin und schwerer harter Therapiearbeit mit oft und viel Überwindung und Mut habe ich es jetzt geschafft wieder relativ angstfrei zu arbeiten. Das war absolut harte Arbeit und mit jedem Monat gewinne ich an Selbstsicherheit, denn ich sehe wie weit ich gekommen bin. Es ist harte harte Arbeit und das Vermeidungsverhalten muss überwunden werden.

  6. 7 Jahre Antidepressiva und trotzdem hatte ich depressionen und selbstmordgedanken. Ok ich war wie in eine Decke eingewickelt und somit „geschützt“ emotional, aber man braucht Emotionen um sich lebendig zu fühlen, also nicht depressiv zu sein. Seit ich sie abgesetzt hab nach einem Jahr langsamen Ausschleichens, „fühle“ ich plötzlich wieder Musik zb. Ich habe wieder ein lebendiges Gefühlsleben.

  7. Ich empfinde diese ganze Sendung als kontraproduktiv und äußerst schwarz gezeichnet. Eine Depression ist ein negativer Gemütszustand, der immer auch mal für Minuten oder Stunden verlassen werden kann, wenn man z.B. positiv abgelenkt wird. Ihr wollt einen Beweis, schaut euch "der Ja-Sager" mit Jim Carrey an und direkt nach dem Ende des Films hört in euch hinein .Ist die Depression noch genauso stark wie davor?! Das allein ist für mich schon der Beweis, dass es nicht NUR schwarz sein kann und auch kein unendlicher Zustand ist. Mein Weg ist, sich zu vergegenwärtigen, dass es sich um ein seelisches Tief handelt, dass man mit Wille, Zuversicht und Lebenswandel auch verlassen kann (Wille, Selbstführsorge, Selbstannahme, Demut und Dankbarkeit). Die meisten Menschen haben nur ein Leben, geheilte Depressive habe zwei, vor und nach der Erkrankung. Lasst euch nicht von solchen TV-Beiträgen runterziehen. Heilung erfolgt durch Herstellen guter Bedingungen. Stellt diese sicher! Ihr habt genau EIN LEBEN auf dieser Erde, nur dieses und auch dieser Tag ist nur einmal da! Jede Minute die Ihr der Depression überlasst, ist eine Minute die Ihr nichts Positives erleben dürft. Holt euch positive Lektüre und lest sie (z.B. "Depression und Burn-out überwinden" von Dr. Sabine Gapp-Bauß). Schaut in eure Vergangenheit und entdeckt alte Glaubenssätze oder Traumata, die euer Innerstes abgrundtief beeinflussen und trotzdem von euch bis dato nicht wirklich wahrgenommen werden. Im Buch steht auch, dass ein geläufiger Spruch unter Psychiatern ist: "Jede Depression geht einmal vorbei!". Versucht mal was Neues, z.B. Klopftechniken bei Ängsten (z.B. nach Klinghardt oder MET). Wenn Ihr bei einem Psychiater seid, der euch sagt, ihr seid ein hoffnungsloser Fall: Wechselt den Psychiater! Wenn Ihr eurem Psychiater nicht vertraut oder seinen Techniken nicht glaubt: Wechselt den Psychiater! Jeder Psychiater ist verschieden und auch dort gibt es Könner und Blinde. Außerdem lohnt es sich immer vor der vollen Stunde einige Psychiater anzurufen und nach Terminen zu fragen. Ich hatte sogar eine Dame gefunden, bei der nach 3 Wochen der erste Termin zu erhalten war (ohne Suizidgedanken). Ein Besuch beim Psychiater muss sich richtig und helfend anfühlen. Bedenkt aber: Wenn Ihr beim Psychiater seid, dann nehmt ihr dort (nur) Worte und Erkenntnisse mit, er gibt euch keinen Schatz oder auch sonst nichts zum Anfassen in die Hand. Die Lösung zu eurem Problem liegt also (bereits) in euch und nicht außerhalb! Ihr müsst in euch Ruhe schaffen und dürft nicht das Äußere dafür verantwortlich machen. Falls Ihr Selbstmordgedanken habt, kauft euch schnellstmöglich das Buch von Frau Dr. Sabine Gapp-Bauß und lest z.B. ab Seite 164. Den Selbstmordgedanken gilt es zu entzaubern. Wir können alle dankbar sein, dass wir das Leben leben dürfen und diese Erfahrungen machen können. Lass die Gefühle zu! Selbstannahme ist eine unabdingbare Voraussetzung zur Heilung. Ich habe euch alle lieb und hoffe, euch geht es in einem Jahr schon wieder viel besser. Und das von einem Mann, der noch vor 12 Monaten meinte, gefühlsmäßig stein-hart zu sein. Die Depression ist gerade für mich die interessanteste Phase meines Lebens, ich finde gerade selbst raus wer ich bin, wer ich vorgegeben habe zu sein und welche Glaubenssätze mein Leben (fehl) geleitet haben. Danke Depression!

  8. anscheinend bin ich teil einer mir bis dato unbewussten risikogruppe. meine mutter litt jahrelang an einer depression, ich bin perfektionistisch veranlagt (was ich auch von meiner mutter in die weige gelegt bekommen habe), habe meine eigene leistung und mich selbst immer gering geschätzt und bin zusätzlich noch ADSler – also alle hier aufgeführten punkte…
    #fml

  9. eine wirklich gut recherchierte doku. es ist objektiv und sachlich, ohne die hier vorgestellten armen seelen einschlägig in eine opferrolle zu rücken

  10. Praxis für psychotherapeutische Heilbehandlung Wesel Niederrhein

    Vielen Dank für diesen Beitrag. Sehr informativ und hilfreich für Betroffenen und Angehörige. Scham und Tabuisierung sind leider immer noch zu häufig in unserer Gesellschaft anzutreffen. Wer psychische Probleme hat, wer Leidensdruck hat, wird schnell als schwach und minderwertig angesehen. Da sind hoch qualitative Beiträge wie dieser hier, eine tatsächliche Hilfe. Nochmals Danke.

  11. Enttäuschung von dieser Welt + Gleichgültigkeit gegenüber dem Ewigen Gott= Depression , Tod und leider ewige Strafe in der Höhe.
    Der HERR Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das ewige Leben! Er gebietet allen Buße zu tun.

  12. Ich bin in Behandlung und nehme Antidepressiva und habe einen Sohn mit Autismus und eine Tochter.Sorry aber was können meine Kinder dafür.Ich habe meinen Arsch alleine bewegt und ja hab ein Ding an der Klatsche.Ok bin zusammengebrochen.Und hab gekämpft aber meine Kinder nie weggegeben.

  13. Arme Frau! Das kenne ich!Trotz Therapie nützte alles nichts. Es geht mir genauso! man kann nichts geniessen und alles ist fliessbandartig und gleich bis sinnlos..

  14. Oh ja Therapie
    Würde ich nie machen
    Und ich habe glaube schon irgendwie Depression
    Nur warum sollte ich zur Therapie gehen

  15. ZUM VERSTÄNDNIS
    Nachfolgende Zeilen mögen eine Brücke zwischen Verurteilung und Verständnis legen.

    Wenn ein Mensch Suizid begeht, wird dieser meist von Angehörige, Gesellschaft und Kirche als Täter, Versager oder gar als Mörder abgestempelt. Man weiß heute, dass verstärkt tiefgründige, sensitive und hilfsbereite Menschen an Depressionen erkranken. Eine schwere Depression ist ein schmerzhafter Seelenkrebs, der nicht selten zum Tod oder Suizid führt. Die WHO-Statistiken belegen, dass zB. in Deutschland mehr Menschen im Jahr durch Suizid versterben als durch Verkehrsunfälle, Drogen und HIV zusammen. Dieses Thema wird jedoch aus der Öffentlichkeit weg tabuisiert. Kein Mensch der Suizid begeht macht dies um jemanden zu verletzen oder weil er ein rücksichtsloser Feigling ist, was der Gipfel all dieser Unterstellungen ist, denn sich das Leben zu nehmen bedarf zuerst langanhaltendes psychisches oder/und körperliches Leid, dann Ausweglosigkeit und letztendlich sehr viel Mut all seine Lieben unwiederrufbar zu verlassen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wenn ein Suizident sein Leid lange verheimlicht, dann um nicht aus dem Verbund zu fallen und die Angehörigen zu "schonen". Wenn er gegen Ende seines Leidensweges den Suizid anspricht, dann tut er dies nicht um Aufmerksamkeit zu erheischen, sondern weil er versucht die Angehörigen zu sensibilisieren, damit es für diese nicht zu schlagartig kommt. Zudem muß er seine Verzweiflung lange verheimlichen, denn sonst findet er sich in der Geschlossenen wieder, wo er mit Medikamenten ruhig gestellt und nicht selten von Psychoärzten stigmatisiert wird. Zumindest war dies bei mir und einem sehr guten Freund so.

    Bei Aussenstehenden und Angehörigen überwiegen gerne Vorwurf, Wut und Verurteilung, anstatt zu sehen, was dieser Mensch alles mal geleistet und Gutes getan hat und das er zum Schluß aus welchen Gründen auch immer sein Limit des Erträglichen überschritten hat. Sie stempeln ihn zum egoistischen Täter und manövrieren sich selbst in die selbstgerechte Opferrolle. Sie reduzieren den Menschen nur auf seinen Suizid und auf das, dass SIE jetzt leiden müssen. Dabei wäre Verständnis für beide Seiten ein heilender Lösungsansatz. Gerne wird vergessen, das ein Mensch NIEMANDEN Eigentum ist und das JEDER ein Recht auf ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben hat. Wenn dieses jedoch durch langanhaltende Krankheit nicht mehr gegeben ist, dann ist ein Freitod nur human und legitim. Sicher ist für Angehörige der Verlust eines geliebten Menschen schmerzvoll, das ist es jedoch auch, wenn er plötzlich an einem Unfall, einer verpfuschten Arztbehandlung oder plötzlichen Krankheit verstirbt.

    Aus eigener Erfahrung und die von anderen Suizidenten weiß ich, kein langzeitdepressiver Mensch kann durch ein Familienmitglied, einer Partnerschaft, einer Psychotherapie oder Psychopillen geheilt werden. Statistiken bestätigen dies sehr deutlich. Psychomedikamente lösen das Problem nur vorübergehend, dann verstärken sie das Leiden, da man immer höhere Dosen von diesen lethargisch machenden Psychopillen benötigt. Starker Leistungsabfall, Schlaflosigkeit und Arbeitsunfähigkeit sind die Folge. Wenn das Leben über längere Zeit aus Leid oder Desinteresse besteht, da alles schon gelebt, darf man sich selbst gegenüber Ethik walten lassen. Es ist humaner sich das Leben zu nehmen, anstatt als Tablettenabhängiger psychisch, emotional und körperlich zu versteinern oder wie ein jammernder Märthyrer, vielleicht noch in einem Pflegeheim sein Leben zu fristen. Man sollte jedoch seine Angelegenheiten vorher regeln, niemanden für seinen Suizid benutzen und durch eine grausame Todesart schockieren, sowie einen Abschiedsbrief ohne Schuldzuweisungen hinterlassen sollte. Der Suizident trägt die alleinige Verantwortung für seine Entscheidung. Daher braucht sich dafür kein Angehöriger die Schuld an sich reißen, um dann in einer selbst auferlegten Opferrolle dahin zu vegitieren. Wenn ein Angehöriger dadurch selbst eine Depressionen entwickelt, dann ist diese nicht ausschließlich durch den Suizidenten entstanden, sondern er hat selbst die Depression genetisch angelegt und durch einschneidende Ereignisse wird diese getriggert und ausgelöst.

    Gäbe es eine bezahlbare humane Sterbehilfe in jedem Land, würde den Betroffenen und Angehörigen viel Leid erspart bleiben, aber das ist der Pharmalobby, den Psychoärzten, der Kirche und dem Staat nicht recht, weil sie ihre Allmacht nicht verlieren und die HumanResource Mensch noch so lange wie möglich melken wollen.

  16. Ist süß wie dumm hier manche kommentieren 🤗
    Fehlt bloß noch: hey ihr Depressiven, reißt euch doch Mal bißchen zusammen….

  17. Ich fühle so mit dieser Heidrun! Ich war in der gleichen Situation, nur dass mein Kind nach wie vor bei mir lebt. Es ist schrecklich, wie man oft in dieser Situation allein gelassen wird. Ich wünschte ich könnte anderen helfen, sie wieder aufbauen, ihnen wieder aufhelfen, weil ich weiss, wie sehr einem das hilft. Auch die junge Mama tut mir leid. Ich wünsche beiden viel Kraft, Geduld und mehr Selbstliebe! Sie sind tolle wertvolle Menschen❤❤

  18. 3 Monate Wartezeit auf einen Psychotherapieplatz ist aber SEHR optimistisch! Heutzutage wartet man mindestens zwischen 6 Monaten und 1 1/2 Jahre!!

  19. Ich habe in der schlimmsten PHASE meiner Depression auf dem Weg zur Arbeit ständig erbrochen ,weil ich bei der vorherigen Firma richtig schlecht behandelt wurde ( die Faul ,hat keinen Willen,schafft nichts )

  20. "Menschen die extrem Perfektionistisch und Leistungsorientiert sind, erleiden eher". Kann ich unterschreiben. Wenn ich mir meinen Fall und auch wirklich viele ähnlichen Alters (30) anschaue, die ich in meinem stationären Aufhenthalt kennengelernt habe, können einen überzogene Leistungsansprüche von Zuhause auch ziemlich fertig machen. Ich hab erst jetzt realisiert, dass ich eigentlich nur das studiert hab, was ich studiert habe, um es meinen Eltern recht zu machen. Nun bin ich dabei mich von diesen ganzen unsiniigen Glaubenssätzen, die Richtung Leistungsgesellschaft gehen zu befreien. Fühlt sich gut an.

  21. Das finde ich schlimm. Musste auch auf einen Therapieplatz der von der Kasse gezahlt worden wäre über 3 Monate warten.
    Das ist unglaublich schlimm wenn man betroffen ist. Hab mir dann einen Platz gesucht und musste selber zahlen. Die Therapeuthin hat mich dann innerhalb von 3 Wochen 'reingeschoben' obwohl sie eigentlich keinen Platz mehr hatte.
    Das ist das schlimmste für Betroffene die Warterei…da geht es für Betroffene um alles oder nichts. Da muss sich unbedingt was ändern 😣

  22. Minute 10:10 Depressive sehen die Welt wirklich in grau, also so wie einen​ Schwarz-Weiß-Film oder anders? Trifft das auf alle Depressiven zu? Und passiert das nach und nach oder auf einmal? Bemerken die Betroffenen das?
    Gibt es dazu irgendwo einen Simulator? Würde mich mal interessieren, wie das aussieht.

    Und was ist, wenn man die Farben eher bunt sieht, geht es einem dann eher zu gut?

    Hat man dann eigentlich umgekehrt durch Erkrankungen wie grauen Star ein erhöhtes Depressionsrisiko? Weil, wenn man nicht mehr so gut gucken kann, das Gehirn dadurch depressiv werden könnte?

  23. Depressionen sollten wirklich immer richtig diagnostiziert werden.
    Ich war jahrelang fehldiagnostiziert, weil man nicht erkannt hat, was wirklich mit mir los ist. Dieser Fehler ist zum Teil sogar meine eigene Schuld.

  24. Depressionen si.d ein Spiegel. Sei doch froh…. Darum geht es nicht. Gefühle die nicht gelebt werden werden sich durch Schmerz ihren Weg bahnen. Die Gesellschaft ist der Spiegel, nur das wird nicht verstanden. Das Wort Funktion und das Wort Echtsein stehen sich gegenüber. Die Welt ist voll von Lügen. Man.möchte funktionieren, das ist der Ursprung.

  25. immer wieder weibliche patienten, wo bleiben bloß die männlichen leidensgenossen?? alle schiss die hosen runter zu lassen?? weicheier! alex

  26. Diese Chefin ist mega. So toll wie sie sich um Maria kümmert und hinter ihr steht. Ich hatte nicht so viel Glück. Ich hab aufgrund meiner Krankheit schon zweimal den Job verloren. Bin jetzt wieder arbeitslos und hab keine Ahnung wie es weiter gehen soll. Ne Reha hat nix gebracht bei mir und Antidepressiva wurden abgesetzt. Eine richtige Therapiestelle hab ich acuh nicht. Ich geh zur Caritas Lebensberatung. Die haben mir empfohlen nochmal ne stationäre zu machen. Jetzt mach das mal dem Arbeitsamt klar. Ich hab ein Atest von meinr Psychiarterin dass ich nicht vollzeit und schicht arbeiten kann. Das wird lsutig. Ich weiß nicht as ich tun soll.

  27. Danke für den Beitrag. Mich interessiert wie dieser Medikamententest genau heißt und wie Und wo ich den machen lassen kann.

  28. Viele erkennen sehr wohl, dass sie Hilfe brauchen. Nur die Medizin nimmt einen nicht ernst genug. Wenn man schon hört, dass ein Platz bei einem Therapeuten zu schwer zu ergattern ist, wird man nur noch depressiver. Kannst dich vollheulen bei Therapeuten, es klappt nicht! Noch schlimmer ist es, dass keine Neupatienten angenommen werden. Für bestehende Patienten gibt es aber so gut wie gleich Termine… da braucht man sich nicht wundern, dass die Zahl der Selbstmörder steigt.

  29. Meine Mutter hat schwere Depressionen. Die normalen Psychopharmaka helfen nur bedingt. Mittlerweile nimmt sie zusätzlich eine orthomolekulare Mischung. Diese Mischung hat ihr Psychiater verschrieben und es geht ihr viel besser.

  30. mich machen die Ungerechtigkeiten in der Welt echt depresssiv, Wenn ich sehe, wie Korrupte Politiker, Firmenchefs, Kriegstreiber usw usw, mit Ihren verbrechen durchkommen und dadurch auch noch reich werden! Da verliere ich komplett die Hoffnung und werde wütend und verliere jeden Antrieb!

  31. Positive Affirmationen, Meditation, Yoga bringen die Botenstoffe im Gehirn auch wieder in das Gleichgewicht.
    Geht die Heilung nicht auch ohne Medikamente?

  32. Warum gibt es überhaupt eine Postpartale Depression? Weil die Geburt mit unglaublichen Schmerzen verbunden ist und man in Todesangst ist. Es fühlt sich an als würde man am gesamten Leib brennen.

  33. Meditation hilft!!! Unbedingt ausprobieren! Bringt aber nur was, wenn man das über einen längeren Zeitraum macht und jeden Tag!

  34. ich bin auch schon seit ca.40 Jahren erkrankt an manisch Depressionen,bin 54 Jahre alt.Habe 5 Suizide hinter mir das Problem ist das man als faul,träge und nicht stark genug hin gestellt wird.Ich wollte nie Antidepressiva nehmen,aber nun nehme ich sie,habe auch eine Reha hinter mir es war ein großer Schritt für mich und nun arbeite ich in einem Pflegeheim was mir Kraft gibt.

  35. Im Namen Jesus binden wir jetzt jeden Selbstmordgedanken und jede Depression. Durch sein Blut sind wir erlöst und können jederzeit zu ihm kommen und um Heilung bitten. Ich habe dass auch nie geglaubt bis ich selber Depression erkrankt war. Psychologen konnten mir bisher nicht helfen, erst als ich anfing zu beten wurde es besser (hatte dann immer auf einmal Ruhe keine Angst mehr). War vorher auch in ner Klinik und hatte echt alles versucht. Kopf hoch es gibt einen Ausweg und seine Name ist Jesus.

  36. 18:50, ohne das 7-jährige, 3x wöchentliche Training und die unfassbare Unterstützung meiner Trainerin wäre ich schon lange meinen Suizidgedanken zum Opfer gefallen..

    Love it😍

    Edit: Sie weiß über alles Bescheid, hat mich zur Therapie gezwungen und mich am Leben gehalten. Danke Dir ❤️❤️

  37. Ich hatte 5 Jahre lange eine schwere Depression , angefangen mit 21 … der Auslöser war extremer Leistungsdruck . Es war eine ganz schlimme Zeit und ohne meine Familie hätte ich es nicht geschafft sie zu besiegen . Es gibt heute immernoch Phasen mit Depression, aber zum Glück nicht mehr so stark . Ich wünsche allen Betroffenen alles alles Gute!!

  38. Hört euch das Lied von Kollegah wie ein Alpha. Vielleicht wird euch das irgendwie motivieren und etwas wunderbares könnte daraus entstehen.

  39. Ich verstehe das mit den Therapeuten nicht. Ich habe schon zwei Therapien gemacht nd beide Male sofort einen Platz bekommen. Zudem arbeite ich in der Flüchtlingsilfe und auch dort bekommen meine Klienten immer eine Patz. Ich arbeite in München…….

  40. Das Leben ist ein einzig grosser Kraftakt. Das darf man nicht vergessen. Heutzutage wird dem Menschen jedoch vieles abgenommen, so z.B. kann jeder schnell zum Supermarkt gehen und kriegt alles was er will. Das Leben fordert in unserer Zeit keinen Kampf, keine Suche, keine Motivation mehr, sich Nahrung zu beschaffen (so als Beispiel). Der Mensch ist nicht mehr gefordert und ist darum überfordert dem eigenen Leben einen Sinn zu geben. Darum ist der einzige Weg, das übel an der Wurzel zu packen, wenn man sich selber packt und sich zwingt einen Schritt nach dem anderen zu tun, auch wenn es am Anfang nur kleine Schritte sind, im Wissen, dass das Leben ja eigentlich doch sinnlos ist, da man sowieso irgendwann mal stirbt. Naja, und dann sage ich mir dann eben doch wieder; lieber was sinnloses im Leben machen, als nichts tun im Tod. Freude und Glück sind abhängig von der Chemie in unserem Kopf, und dann ist es manchmal sehr dankbar sich über ganz kleine Dinge zu freuen, wie z.B. ein Schmetterling. Es ist so banal und doch so effektiv und wunderbar. Es spielt alles keine Rolle.

  41. Die chronische Unterversorgung mit qualifizierten Therapeuten in einem Land wie Deutschland ist einfach nur eine Schande.

  42. Der Test ist Unfug. Der gesamte Umgang mit dem Thema ist eine Farce. Eine Depression ist ein gutes Zeichen, sofern sich selbst eingesteht, dass man eine Seele hat. Schließlich gibt es einen Grund, weshalb "es" nicht mehr geht. Und zwar immer weniger! Viele Kriminelle haben Depressionen und bleiben so von Haftstrafen verschont. Andere wiederum bekommen zu Recht Depressionen, weil sie andere Menschen verletzen. Allgemein kann man eine Depression nicht heilen, aber ich lege jedem ans Herz zu überprüfen, inwiefern sein Leben und alles, was er darin tut, eine Bedeutung für ihn selbst hat, und zwar unabhängig von all seinen Rollen.

  43. Der lange Weg in ein sinnloses Leben . Wer diese Krankheit besiegt, hat sehr viel Kraft. Aber das sind nicht viele……….

  44. Ich bin seit Jahrzehnten chronisch depressiv. Ist nett gemeint mit dem Sport, aber bei totaler Erschöpfung nicht möglich. Habe zwei lange stationäre Aufenthalte hinter mir. Fazit: KVT und DBT helfen mir wieder etwas zu funktionieren, ändern aber nicht die Ursachen und den Leidensdruck.

  45. 15:23 3 monate? das ist noch extrem kurz. In den meisten fällen bekommt man gesagt 6 Monate, 1 Jahr oder 2 oder oft sogar wir haben auf absehbare Zeit keine plätze mehr frei.

  46. Ich empfehle den Betroffenen regelmäßige Bewegung. Zwei bis Dreimal wöchentlich Sport treiben. Egal ob Nordic Walking, Schwimmen, Joggen… Sport wirkt gegen Depressionen.
    Wichtig dabei ist die Regelmäßigkeit und nicht zu übertreiben.

  47. Is das ein versteckter Hinweis von Google an mich oder warum wird dieses 2 Jahre alte Video angezeigt?

  48. Man kann es nicht verstehen, wenn man es nicht erlebt hat… Und sowas wünscht man nicht mal seinem Feind… Ganz ganz schlimm, an alle betroffenen alles alles Gute 🌹

  49. Ich war auch ne lange Zeit schwer depressiv und habe mich mit Drogen selbst medikamentiert, das Schlimmste, was man machen kann ist Alkohol oder Drogen zu konsumieren, wenn man depressiv ist, dadurch wird alles schlimmer!

  50. Ich hätte das Video so gerne zu Ende gesehen, aber irgendwie konnt ich nicht. Ich hab es bis zu 7 Minuten geschafft und musste dann abrechen. Ich kann nicht genau sagen wieso aber … ich weiss nicht. Ich kann nicht ohne getriggerd zu werden, irgendwie ärgert mich das.
    Aber schön dass sie versuchen die Leute zu informieren!

  51. Das erste was du zu Hören bekommst ist du bist Faul. Dann willst du es Leuten erklären aber Niemand versteht dich, und das das dich von innen Zerfrisst.

  52. Super Chefin! Normalfall ist noch Mobbing von oben obendrauf… Und dann eine Bezeichnung als "Psycho" und Rausschmiss.

  53. Die Frage ist doch für was brauche ich mein Symptom, oder wie nützt mir mein Symptom.
    So versteht man auch warum man das überhaupt hat.

  54. Ich hatte 3 schwere depressive Episoden. Mit Hilfe von Duloxetin und Fluctin kam ich zurück ins Leben. Jetzt habe ich wieder eine schwere Episode, es ist jeder Tag ein Kampf.

  55. Der Mensch kann nicht dass sein, war er gerne sein würde, oder sich
    wünscht zu sein. Das ist das Problem. Viel zuviele Gefahren warten im
    Leben.

  56. Der Mensch kann nicht dass sein, war er gerne sein würde, oder sich
    wünscht zu sein. Das ist das Problem. Viel zuviele Gefahren warten im
    Leben.

  57. Der Mensch kann nicht dass sein, war er gerne sein würde, oder sich
    wünscht zu sein. Das ist das Problem. Viel zuviele Gefahren warten im
    Leben.

  58. Wir werden alle bestraft in unserem Leben, und dass weil wir leben. Es existiert als physische Erkrannkung nur die Depressionen, ggf. mit Selbstverletzungen. Aber warum wurden wir dafür überhaupt gezeugt?

  59. Wir werden alle bestraft in unserem Leben, und dass weil wir leben. Es existiert als physische Erkrannkung nur die Depressionen, ggf. mit Selbstverletzungen. Aber warum wurden wir dafür überhaupt gezeugt?

  60. Wir werden alle bestraft in unserem Leben, und dass weil wir leben. Es existiert als physische Erkrannkung nur die Depressionen, ggf. mit Selbstverletzungen. Aber warum wurden wir dafür überhaupt gezeugt?

  61. Ich lag letztens im bett und hatte richtige scheis Laune. Dann musste ich auf einmal lächeln und sagte laut zu mir: "geil man …. nur richtig schlechte Laune"

    Es liegen Welten zwischen scheis Laune und Depression. Ich weiß es…. leider.

  62. Bete zu Gott und Jesus Christus. Jesus ist der einzige, der dir helfen kann bei Depressionen und Angst. Ich hatte schlimme Selbstmordgedanken und bin jetzt seit 10 Jahren komplett geheilt, von einem Tag auf den anderen. Bitte probiert es aus, betet zu Jesus. Alles Liebe

  63. Ich hab 6,5 Jahre als selbstzahler Therapie gemacht. Das ist ziemlich ätzend. Jeden Monat mal fix 500-600€ weg. Zum Glück hatte ich das Geld grad so, man kann dann auch einiges wieder absetzen, aber ne echte alternative ist das nicht. Dieses dumme Kassensystem in Deutschland gehört wirklich schon lange mal ordentlich umgekrempelt.

  64. Hemmingway, Van Gogh, Beethoven leideten unter Bipolare Stoerung, nicht blosse Depression. Man sagt, was zur Doku past.

  65. Sport tut jeden Menschen gut, auch an Depressionen leidenden. Aber an der Depression rüttelt daß kein Stück! Ich treibe 4 Tage die Woche Sport, je 2 Stunden. Die Depression lässt sich davon nicht beirren aber dem Körper tut das unendlich gut. Ohne wäre ich ein kaputtes Wrack.

  66. Hatte über 10 Jahre lang wiederkehrende Depressionen ohne erkennbaren Auslöser. Wie sich herausstellte waren die Depressionen ein Symptom eines unerkannten Morbus Basedow (Schilddrüsenerkrankung).
    Mb Basedow wurde erst durch Ausbruch einer Thyreotoxischen Krise erkannt (lebensbedrohlich). Und das, obwohl die bei mir offensichtliche Kombination aus körperlichen Auffälligkeiten, häufigem Auftreten Grippeähnlicher Symptome und Depressionen bei Mb Basedow hinlänglich bekannt ist (klassisches Erkrankungsbild).
    Soll heißen: geht eine Depression nicht wieder weg, ist sie vielleicht ein Symptom von etwas anderem, keine eigene Erkrankung.
    Es gibt einige Erkrankungen, bei denen Depression ein (typisches) Symptom ist. Nicht nur Erkrankungen hormonbildender Organe. Ich finde es heftig, dass das so wenig berücksichtigt wird…sogar wenn ein Patient selber einen solchen Verdacht äußert, wie auch ich es getan habe.
    Bei Depressionen, die durch organische Fehlfunktionen verursacht werden, kann Standardtherapie logischerweise nicht wirklich viel bewirken.

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