Depression – Von Selbstzweifel bis Suizidversuch


Ich soll einen Film über Depression machen. Das stresst mich. Es stresst mich alles, wenn ich an
den morgigen Tag denke. Ich möchte für niemanden erreichbar sein. Für eine lange, lange Zeit,
aber das geht nicht. Was kann ich denn eigentlich schon? Ich kann ein paar Fotos machen, aber andere
sind immer noch besser als ich! Und habe mir einen 3‘57er Magnum an die
Schläfe gehalten, deswegen dieses Mahnmal! Robert Enke… ENKEEEE!!!! Das ist wie Krebs. Es gibt ganz viele, die Krebs überstehen
und überleben und andere, die daran sterben. Ich bin gescheitert, bevor ich
überhaupt angefangen habe. Ein Film kann unmöglich erklären,
was Depressionen sind. Diffus, schwer zu greifen – man muss in die tiefsten Tiefen des Kanninchenbaus der menschlichen Psyche vordringen. Hier, oder was? Alter, das ist ein Labyrinth hier! Immer mehr junge Menschen
leiden an Depressionen. Deswegen bin ich an der Uni. Aha! Wir haben es gefunden. Psychologische, therapeutische Beratungsstelle! Hallo!
Guten Tag! Hubertus Koch, wir waren verabredet. Sind Sie Frau Wrobel? Ja richtig. Hallo, grüße Sie. Haben Sie noch zwei Minuten Zeit? Ja, haben wir. Nehmen Sie noch einen Moment Platz, ich
bin gleich für Sie da – Ja, alles klar. Wie für viele andere auch beginnt
mein Tag mit Stress. Denn ich bin 10 Minuten zu spät. Glück gehabt! Ich muss mich beruhigen. Denn beim Thema Depression sind
Geduld und Ruhe wichtig. Sensibilität für die Zwischentöne. Wo hören Stress und schlechte Laune auf und
wo beginnt eine Depression? Wo verläuft denn die Grenze zwischen „Ich
bin jetzt erschöpft und überarbeitet und ich muss vielleicht mal Abstand gewinnen zu dem was ich tue oder brauch Urlaub oder so“ was ja vielleicht jeder mal aus einer Lebenssituation kennt und
einer Depression. Also… Vorschnell mit diesen Labels umzugehen finde ich
auch immer ein bisschen schwierig. Es ist eine Gratwanderung. Also es geht darum, wie lange
dauert so ein Zustand an? Ist das etwas, was über
Monate, über Jahre geht? Dass ich mich permanent unter
einem bestimmten Level fühle? Fühle ich mich dauernd ausgelaugt? Bin ich ständig motivationslos? Ist das etwas, was auf’s Lebensgefühl drückt? Oder ist das etwas, wo ich sage: das geht
auch wieder vorbei? Dann kann ich auch eher damit umgehen, aber
ich glaube, das wäre ein ganz wichtiges Kriterium für Menschen, die sich das fragen. Oder vielleicht mal einen Experten fragen. Swantje Wrobel ist Expertin. Seit knapp 20 Jahren widmet sie sich den Problemen
von Studierenden. Heute kommen doppelt so viele wie früher
– fast 1000 pro Jahr sitzen bei ihr. Mach Karriere, sei moralisch, verdien’ Kohle. Die hohen Erwartungen können schwarze Löcher
aufreißen. Frau Wrobel begleitet diesen Film als Therapeutin. Ok, tschüss! Das ist Jenny. Sie hatte 2016 ein pechschwarzes Jahr. Warst du shoppen, oder was? Das ist nicht für mich! Das ist ja das Ding. Der klingelt halt immer im ganzen Haus und
hofft, dass irgendeiner aufmacht. Aus seiner Sicht eigentlich schlau. Wo waren wir stehen geblieben nochmal? Ja, dass ich halt nicht
mehr aufgestanden bin. Es war halt alles zu viel. Ich habe nachts gar nicht mehr geschlafen,
also bevor ich zum Arzt gegangen bin. Es ging halt nichts. Ich habe halt hier gesessen und
grundlos angefangen zu heulen. Auch wenn mein Freund hier war… dass ich
hier gesessen habe und einfach nur geweint habe. Und er wusste es halt, aber sagte: „Ich
kann dazu nichts mehr sagen“. Also er hat mir schon sehr geholfen, aber
ich habe mir dann gesagt: „Irgendwas muss passieren,
dass ich da irgendwie wieder rauskomme.” Und ein Arbeitskollege sagte
dann: „Jetzt zum Arzt!“ Weil… Ich hätt’ mir dann, glaube ich… Das wäre nicht mehr gut ausgegangen, glaube ich… Oh, was meinst Du damit? So Suizid-Gedanken, oder wie? Mmh…
– Ach krass… Suizid-Gedanken. Arztbesuch. 2 Wochen Tabletten, 6 Wochen Krankschreibung. Eine depressive Verstimmung trotz
Bilderbuch-Wohnung aus dem Katalog. Ausgelöst durch Jennys Leidenschaft. Die Fotografie. Alle Bilder an der Wand, hat sie selbst
geschossen. Zuletzt war sie auf Lesbos. 2016, direkt vor
ihrer Krise, war sie in Dschibuti, Afrika. Danach Kulturschock – Identitätskrise. Ich kam erstmal gar nicht mehr klar, ne? Dieser ganze überflüssige
Konsum, den wir haben. Die Leute. Mit was sie sich beschäftigen. Dieses ganze Oberflächliche. Und dann kommst Du hier wieder rein und machst
deinen gewohnten Job. Das fing dann so im Büro an, dass ich da
saß und dachte: „Ich kann nicht mehr!“ Ich will diese Gespräche nicht mehr hören! Ich will nur wieder zurück – dahin, wo
ich war. Da meine Ruhe haben und wieder arbeiten. Das hat so Spaß gemacht mit den Leuten! Mit ihren Fotos will sie für fremde Welten
sensibilisieren. Aber werden die nicht gesehen, wird sie nicht
gesehen. Was kann ich denn eigentlich schon? Ich kann ein paar Fotos machen, aber andere sind auch immer noch besser als ich! Und ich hatte innerlich so einen totalen Selbst- ja wie nennt man das? So einen innerlichen Druck, dass du nichts kannst, aber wollte aber ganz viel, aber zu viel auf einmal. Das kenn ich gut. Machst Du was, bist Du was. Machst Du nix, bist Du nix. Kann man also nur zufrieden sein,
wenn man produktiv ist? Warum bemesse ich all meinen Selbstwert oder sehr viele Teile meines Selbstwerts durch meinen Output, durch meine Kreativität, durch das, was ich leiste? Psychiater nennen die Depression auch den “inneren Kritiker”. Der Teufel, der Dir einredet, nichts zu können,
nie zu genügen. „In der Natur fühlen wir uns wohl, weil
sie kein Urteil über uns hat“, schreibt Nietzsche. Natur kennt keine Depression. Jenny schon – in einem Blog-Eintrag hat sie
ausführlich über ihre depressive Phase geschrieben. „Ich brauche mehrere Tage, um
zu der Erkenntnis zu kommen, dass das, was mich am meisten glücklich macht, gleichzeitig
am unglücklichsten macht: die Kunst.“ Ja, da habe ich es dann wirklich gemerkt,
dass dieser ganze Druck eigentlich daher kommt, dass ich mir selber… Also dass das, was
mir eigentlich Spaß machen soll, keinen Spaß mehr macht, weil ich es eben zu sehr will! Dass ich mich nicht mehr wie wir jetzt hier
stehen, einfach so: „Komm ich mach jetzt mal ein schönes Foto von der Kulisse, sondern
immer so dieses: „Okay, wie sieht’s am geilsten aus? Von da? Von da? Für Instagram vielleicht noch mit dem Filter
oder vielleicht doch so? Ja, das ist alles so Fluch und Segen, ne? Also ich meine: Leidenschaft, sagt man ja
so gerne, kommt von Leiden schaffen… Ne, ich brauch’s halt schon. Das habe ich halt gemerkt. Ich kann jetzt nicht einfach sagen: „Ich
hör damit jetzt auf, ich mach nichts“. Auch in der Phase hat es mir auch gut getan,
einfach für mich wieder loszugehen, für niemanden sonst. Mir hilft das halt schon, aber… Aber posten tust du dann trotzdem,
wenn Du hier bist, oder? Aber nicht alles! Man hat halt immer diesen Gedanken schon wieder
dahinter… Wo ich mir denke: „Jetzt hör doch mal auf, das ist doch voll krank!“ Auch Mal ohne Handy sein. Sich nur der Leidenschaft widmen. Diese Scheiß-Filme – und dieser auch – führen
mich jedes Mal an den Rande des Wahnsinns. Jetzt hab‘ ich euch beide nochmal drauf,
schön. Aber gleichzeitig geben sie mir eine tiefe
Befriedigung. Guck mal da! Da musst du filmen! Selbstliebe und Selbstzerstörung – die
Gegenspieler liegen dicht beieinander. Beherrsche sie – oder Du gehst kaputt. Jenny lernte das, als sie 6 Wochen krankgeschrieben
wurde. Ohne Psychiater. Also man muss nochmal rausstellen: Depression
ist nicht gleich Depression. Also es gibt echt unterschiedliche Schweregerade
und Ausprägungen und nicht jede Depression ist mit 6 Wochen Urlaub und ein bisschen Bewusstseinsarbeit zu bewältigen. Hier an diesem Bahnübergang oder ein bisschen
weiter da runter hat sich Robert Enke umgebracht am 10. November 2009. Damals haben viele auch kommentiert, wie egoistisch das denn sei von Robert Enke, sich vor den Zug zu schmeißen. Der arme Zugfahrer, der ist
jetzt traumatisiert fürs Leben. Das ist sicherlich richtig, aber wenn Du so depressiv bist, dass Dir nicht
mal mehr eine Ehefrau oder die Tochter, die Du hast, Lebensmut gibt – dann ist glaube
ich in so einer schweren Phase der Erkrankung der Zugfahrer dein geringstes Problem. Ich bin jetzt auf dem Weg nach Hannover, da
bin ich mit Teresa Enke verabredet in der Robert Enke Straße 1. Die Straße am Stadion von Hannover 96 wurde
nach dem ehemaligen Nationaltorhüter benannt. Auch 8 Jahre später stehen hier Grablichter. Für immer Nummer 1. Wenige Meter entfernt treffe ich Teresa Enke
und einen Mitarbeiter der Robert Enke Stiftung. Hallo, Hubertus Koch, grüß dich, Teresa,
hallo! Moin! Als sich Enke das Leben nahm, war
ich noch beim Sportfernsehen. Heute lassen seine Witwe und ich das Stadion
hinter uns. Denn wie hieß es damals: Fußball darf nicht
alles sein. Und kennst Du den Maschsee, den schönen Maschsee? Ja, wir hatten neulich eine Veranstaltung
hier gegenüber. Und als Schalke auswärts in Hannover gespielt
hat, war ich auch da diese Saison. Also ich bin Schalke Fan… Wie ist das für dich, wenn Du hier am Stadion bist? Das ist doch ein ziemlich aufgeladener Ort
für dich, oder? Ja, ist schon komisch. Wenn man dann an der Robert Enke Straße ist
und eigentlich ins Stadion reinfahren würde, aber dann draußen auf dem Parkplatz parkt. Ist schon manchmal noch ein mulmiges Gefühl, ja. In jener Nacht versetzte Enkes Suizid ganz
Hannover in Schockstarre. Jemand, der für Glanzparaden bekannt war,
war plötzlich weg. Zehntausende fassungslos. Dass der nicht mehr da ist, das ist für uns
nicht mehr vorstellbar. Robert Enke… ENKEEEEEE!!!!!! Ehefrau Teresa und enge Freunde. Nur die wenigsten wussten von Enkes Depression,
dem „Nicht-Mehr-Da-Sein-Wollen“, aber sogar posthum stand er
den Massen zur Verfügung. Bei der größten Trauerfeier
seit dem Tode Adenauers. Heldenkult mit Schattenseiten. Die Depressionen kamen episodenweise – Teresa
erinnert sich auch an sehr schöne Zeiten, 2003 in Spanien bei Teneriffa. Da war er nur zweiter Torwart am Anfang, obwohl
es zweite Liga war. Und er war so ausgeglichen. Er hat da so ein bisschen Studentenleben geführt,
also er hatte da ne kleine Butze, da waren die Wühlmäuse überall. Wo ich gekommen bin, sag ich: „Sach mal,
hast Du keinen Besen, oder so?!“. Und er hatte auch keinen Fernseher, also die
Antenne lag da immer noch rum, weil er die nicht anbringen konnte. Also technisch war er nicht so der Begabteste. Das war einfach schön zu sehen, dass er, obwohl
er nicht spielt, ein erfülltes Leben hatte. Und jetzt so im Nachhinein: Da hätten wir
dranbleiben müssen. Es waren andere Dinge,
die ihm dann auch wichtig waren. Und das ist eben wichtig,
dass man noch was anderes hat und nicht nur den Fokus auf seiner Arbeit. Er hatte… War das zuletzt so, dass alles andere dann
unwichtig war? Ja. Sondern nur der Fokus auf das nächste Spiel
und der sportliche Druck? Also, der Fußball hatte damit nichts zu tun, weil den Fußball hat er geliebt und das war sein Baby. Also den hat er gebraucht. Aber das Geschäft zermürbte ihn – und das permanente Verstecken der Krankheit. Das war wirklich ein Kraftakt. Ich habe mit seinem Psychiater gesprochen. Auch die letzten zwei Spiele, die er gemacht hat. Er sagt: Das war übermenschlich,
was er da geleistet hat. Dass er in dieser schweren Depression, wo er zwei Stunden vorher noch
im Bett lag und nicht aufgestanden ist und Diazepam genommen
hatte, weil er Panikattacken hatte – steht er im Tor! Und spielt Weltklasse. Ich denke zurück an das Gespräch
mit Therapeutin Frau Wrobel. Dieses „Funktionieren-Müssen“ – das ist
bei Depressiven besonders stark ausgeprägt. „Ich muss ja!“, „Anders geht’s nicht!“,
„Das schaff ich noch!“, „Und das noch, und das noch!“ Diesen Teufelskreis zu durchbrechen und zu
sagen: „Ich will, dass das anders wird!“ Wenn jemand hier zur Beratung kommt, hat er
diesen Teufelskreis durchbrochen und das ist für mich der wichtigste Schritt und deswegen
spreche ich das auch immer an. Das aktuelle SPIEGEL Magazin. Auch er hat seinen Teufelskreis durchbrochen. Per Mertesacker, der Mensch im Trikot. Er will nicht mehr von Spiel zu Spiel denken,
nicht mehr auf das Karriere-Ende warten. Realtalk, sofort. Er sagt, dass es als Fußballprofi null mehr
um Spaß geht, sondern Du abliefern musst. Dass ihn der Druck auffrisst, jeder Fehler
ein Horror-Szenario. Brechreiz vor jedem Spiel, ein Strudel, aus
dem man nicht mehr rauskommt. Am liebsten sitzt er heute auf der Tribüne
und nicht in der Eis-Tonne. Die Reaktionen auf dieses Interview, teilweise ekelhaft… Der ARME Mertesacker! Elender Jammerlappen! Zu den Millionen und den Massagen
sagt der ja auch nicht nein! Wenn ich so viel Geld hätte, könnte mir
der Druck sonstwo runter rutschen! Was soll die Rumheulerei? Nach Enke hat sich einfach nichts geändert. Dem Menschen wird Schwäche nicht zugestanden. Und Geld kann doch wohl kein Argument dafür
sein, psychische Probleme auszuhalten. Also Leute, es geht doch nicht darum, dass
der Typ über Druck jammert. Sondern darum, dass er sich unter Druck setzt. Das Problem ist nicht der Druck und die Liga
und der Fußball, sondern im Kopf! Wie man damit umgeht. Ich hab ihm auch gesagt, Du glaubst doch nicht, dass ein Suizid weniger Aufsehen erregt als wenn Du dich outest. Also in dieser schweren depressiven Phase
verlieren die Betroffenen auch… wie sagt man… Nicht das Bewusstsein, sondern die schätzen das nicht mehr richtig ein. Also die Wahrnehmung, genau. Die Wahrnehmung wird verändert und dadurch
hat Robbie wirklich gedacht, das wäre nicht so schlimm, als wenn er sagen würde,
er ist depressiv. Ein Outing erschien Enke unmöglich. Und Teresa konnte nur zusehen. Bei einer schweren Depression ist es ähnlich
wie bei einer Suchterkrankung. Die Angehörigen, das nächste Umfeld, leidet mit. Diese Wesensveränderung bei deinem Partner
ist so furchtbar zu sehen. Wenn jemand keinen Spaß mehr an irgendwas
hat und einfach nur sagt: „Ich will nicht mehr. Das Leben ist so schlimm!“ Und Du denkst Dir als Partner: „Aber hallo,
ich bin doch auch da! Du musst doch auch für mich leben
und für Dein Kind!“ Aber wenn das dann so grau ist, dass man nichts
mehr empfindet. Das ist schon furchtbar. Auch als Partner. Dieses ganze Gespräch war ziemlich intensiv. Und für mich abgefahren. Denn mit 20 schnitt ich als Praktikant Bilder
von der Trauerfeier, mit 22 hielt ich ein Referat in der Uni über die Berichterstattung. Und mit 28 treffe ich Teresa Enke persönlich. Können wir noch ein Foto machen für Instagram? Ich muss da noch so ein bisschen Werbung machen. Geht das so? Hauptsache ich bin gut getroffen! Fertig seh ich aus… Das Kapitel Enke habe ich also abgeschlossen. Aber statt mich darüber zu freuen,
stehe ich nach dem Dreh so da: Ne, nochmal neu! Lass durchlaufen! Nichts ist gut genug! Du bist nicht gut genug! Alles ist Scheiße! Das ist nämlich der Mindset, mit dem ich
gerade rauskomme aus dem Gespräch mit Teresa Enke, weil ich mir denke: Ah, hätte man nicht
noch was anderes machen sollen als nur laufen. Wir sind ja nur gelaufen. Habe ich die richtigen Fragen gestellt? Habe ich gut genug zugehört? Bin ich auf das eingegangen,
was sie gesagt hat? Hätte ich nicht noch einen O-Ton mehr oder
weniger rauskitzeln können? Und die Bottomline ist: Nein, Du hast es gerade verkackt! Du hast es gerade verkackt und das hätte noch viel
besser sein können. Und man geißelt sich so selbst! Woher kommt denn dieser Druck? Woher kommt denn diese Selbstzerstörung? Aus sich selbst heraus! Das macht einen fix und fertig, ohne Scheiß! Dieser Teufel in Dir, der alles schlecht redet. Und Dich nicht mal am Wochenende in Ruhe lässt… Kann nicht mehr pennen und muss jetzt mal ins Büro, weil ich habe nur drei Schnitt-Tage und wenn ich am Wochenende nichts mache, läuft am Donnerstag kein Film. Und mit Scripten im Schnitt bin ich
sonntags nicht mal alleine. Ey Gülsi, es ist Sonntag, ne? Ich weiß, es ist auch richtig Scheiße! Ich habe kein Bock, hier zu sein! Warum bist Du hier? Weil ich arbeiten muss! Mach mal den Drucker an, bitte. Ey Gülseren, schonmal was von Burnout gehört? Burnout ist ein bisschen so ein Mode-Begriff, der aber im Grunde genommen
nichts anderes heißt als Depression. Das ist ein bisschen softer ausgedrückt,
aber es sind eigentlich die selben Symptomatiken, die beschrieben werden. Permanente Überforderung kann in Burnout und Depression führen. Aber auch aus der schwersten Depression kommt
man wieder raus. Ein Kollege von mir hat’s geschafft! Wir treffen uns in seinem Tattoo-Studio. Digger! Na, alles gut? Das ist Samy. Er hat einen Hang zu dezenten Ketten. Und ist laut eigener Aussage der lebende Beweis,
dass man Depressionen besiegen kann. Wenn man aktiv wird. Das ist wie Arbeit. Also das ist quasi ‘ne Arbeit. Wenn Du fett bist… Also ich mein, keiner
von uns ist jetzt hier wirklich fett, aber wenn Du fett bist und abnehmen willst, dann
gibt es da keine Pille, die Du einschmeißt und Du bist dann dünn, sondern Du musst deinen
Arsch ins Fitnessstudio bewegen, du musst deine Ernährung ändern und
so ist das bei Depressionen auch. Du musst jeden Tag dran arbeiten! Ja, sach mal, was machen wir denn heute? Wie meinst Du? Sollen wir? Ach krass.. Da haben wir doch beim
letzten Mal mittendrin aufgehört. Ja, sollen wir machen? Ja, weiß ich ja nicht. Was meinste, wie lange brauchst Du? Also ich habe Bock. Aber jetzt ist die Frage: Wie lange hält
der gute Hubi heute aus? Ach, leck mich doch! Aber ich fühle mich auch schon ein bisschen schlecht, weil Du hast ja eigentlich schon Feierabend! Ne, alles gut. Ich war heute echt früh fertig. Boah, dann ziehe ich aber diese blöde Kette aus. Du kannst die beim Tätowieren anziehen. Ne man, ich würde mir sowas nie holen, Alter. Niemals! Ich auch nicht! Warum hast Du sowas? Ja, das ist so represent-mäßig. Wenn ich auf einer Convention bin, muss ja
auch jeder sehen, von welchem Laden ich komme. Manche nennen Samy auch den Tattoo-Therapeut. Also rauf auf die Couch. Was dieser Freak mit Bling-Bling-Tick über
Depressionen wissen soll? Naja, mehr als Du glaubst. Das Schizophrene an einer Depression ist ja, dass die meisten, die depressiv sind, die Lustigsten sind. Und die Extrovertiertesten. Genau, aber innerlich… Depressionen sind Dinge, die Du tust, obwohl
Du sie gar nicht tun willst. Der Mensch baut sich ja so einen Avatar auf
und Du wirst in diese Avatar-Rolle gepresst und willst die aber gar nicht spielen. Und irgendwann merkst Du: Ja, Scheiße. Ich mach das jetzt schon seit 25, vielleicht
30, vielleicht nur 10 Jahren… Der Mensch ist halt nicht dafür gemacht, solche Dauerbelastungen auszuhalten. Warum muss ich eigentlich in jedem Scheiß-Film
mein ganzes Leben erzählen? Das offene Buch, gläserner Bürger. Und dann denke ich: “Scheiße, ich tu ja auch alles dafür,
dass mich die Leute nicht in Ruhe lassen.” Auch Samy hatte seinen Avatar. Vor den Tattoos war die Gastronomie. Lange Zeit. Mein Vater hatte damals ein Restaurant. Was ist das Naheliegendste? In das Familienunternehmen einzusteigen. Hatte ich natürlich kein Bock drauf. Aber dieses Verlangen, meinen Vater oder meine Eltern stolz zu machen… Dinge zu tun, die man eigentlich
gar nicht mag, für andere… Hat dazu geführt, dass ich letzten Endes
total unglücklich war. Bis dann der große Knall kam. Was eigentlich ganz gut ist… Deswegen habe
ich übrigens auch dieses Fragezeichen. Das war tatsächlich fünf vor Zwölf bei
mir, dass ich mir einen scharfen Revolver… ich war Sportschütze früher und habe mir
einen 3´57er Magnum hier an die Schläfe gehalten. Deswegen dieses Mahnmal. Und habe tatsächlich nur nicht abgedrückt, weil meine Hunde vor mir saßen und mich ganz schief angeguckt haben. Das war quasi der Grund,
warum ich es nicht gemacht habe! Ab in die Klapse. Ohne Ende Medikamente und Therapie. Fast ein Jahr stationär. Wahrscheinlich redet Samy deshalb
so gerne über Depressionen. Aber: Ich will nicht sagen, dass diese stationäre Behandlung mir gar nichts gebracht hat. Aber man darf nicht erwarten, dass man da
die Heilung bekommt. Man muss selbst aktiv an der Sache arbeiten,
sonst wird das leider nichts. Danach hat er mit alten Leuten gebrochen. Fand für sich raus, wer er ist und was er
vom Leben will. Kompromisslos an sich selbst zu arbeiten ,
tut weh – aber es lohnt sich! Ich kam aus der Klinik 2011 und hab dann gesagt:
„Ey, ich werd‘ jetzt Tätowierer!“ Das ging eigentlich relativ schnell. Ich habe dann meinen Mindset komplett gedreht,
hab‘ mir so ne Tafel gemacht. Die hing bei mir im Flur… Das will ich – Da standen so oberflächliche Dinge… Jo, jetzt ist das Mikrofon abgestürzt. Aber Samy hat sich konkrete Ziele gesetzt. Auf seiner Tafel im Flur standen Ziele wie: Ich will ein eigenes Tattoo-Studio,
ein geiles Auto, eine stabile Beziehung. Und hat’s geklappt? Und alle diese Punkte sind
in Erfüllung gegangen. Frisch verheiratet, eigener Laden, BlingBling. Läuft bei Samy. Aber Luft und Liebe hat noch keine Depression geheilt. Wir dachten halt auch mit Liebe geht das, aber man schafft‘s doch nicht immer.. Also die Depression ist
einfach eine ganz schlimme Krankheit und wenn man sie nicht behandeln lässt, führt sie eben oft auch in den Tod. Robbie hat’s behandeln lassen, aber hat
eben diese Rahmenbedingungen für sich nicht geschaffen, weil er es nicht zugelassen hat. Dass er in die Klinik gegangen ist… Er wollte es einfach nicht. Aus Angst, alles zu verlieren. Sich etwas eingestehen. Etwas radikal ändern. Leicht gesagt, aber es ist halt auch schwer… Und trotzdem kann alles anders werden
als man es erwartet. Alter… Manchmal muss man schnulzig werden, damit aus der Sinnkrise keine Depression wird… Das klingt jetzt vielleicht total kitschig, aber ich habe mir ein Erfolgsbuch angelegt,
wo ich halt alles sammele, auch so Nachrichten, die mich gefreut haben oder einfach Kleinigkeiten. Wenn ich mal wieder so eine Phase habe, wo
ich sage: „Das zieht mich runter oder das macht mich fertig, dann
gucke ich da rein und denke: „Okay, so schlimm ist es eigentlich gar nicht!“ Selbstliebe! Auch, ja. Es ist ja wichtig. Sonst passiert genau das,
worüber wir jetzt reden. Das hat ja auch wieder mit Selbstbewusstsein
im Sinne des Wortes zu tun. Ich werde mir meiner selbst wieder mehr bewusst
und kann das auch mehr schätzen! Und ich? Ich rede hier klug daher, aber lieg doch selber nächtelang wach. Das ist doch alles psycho, Alter. Ich sitz hier mitten in der Nacht und filme
mich selbst, Alter. Warum? Weil dieser ganze Scheißjob mich total vereinnahmt. Weil es keine Trennung mehr zwischen
privat und öffentlich gibt. Weil das alles ‘ne Scheiße ist! Weil ich die letzten vier Jahre mich in eine
Sackgasse reinbewegt habe im Sinne von „Oh ja, persönlich erzählte Filme, subjektiver
Journalismus“ – Fickt eure Mütter, Alter! Ich hab‘ da kein Bock mehr drauf,
lasst mich in Ruhe! Alles, was Du hast, hat irgendwann dich. Morgens wird der innere Teufel leise. Aus schwarz wird blau. Der Film ist fertig und am Ende doch wieder
alles gut, oder?

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Comments

  1. Der Bahnübergang, wo sich Robert enke sich umgebracht hatte ich wohne in diesen Dorf und habe mitbekommen das es noch mehr leute danach gab die sich auch da das leben genommen haben

  2. "Immerhin wirds Frühling" was ein starkes Ende, danke für diesen tollen Film, der einen über einiges nochmal ganz anders denken lässt

  3. ''eine depressive verstimmung trotz bilderbuch wohnung aus dem katalog'' HÄ?! lmao bilderbuchwohnungen aus dem katalog sollen also vor depressionen schützen oder was

  4. DieInstagram Frage war unter aller sau, hättest du lieber für dich machen solen nicht für rfolg. sammel dich sei zufrieden mit deiner eigenen arbeit, du machst das gut sehr gut.

    Gesellschaft der Hu0son… nicht du^^

  5. Wirklich interessanter Beitrag. Was ein bißchen fehlt ist das Thema Aggressionen. Depressiven fällt es oft schwer Aggressionen (Wut, Ärger, Kritik usw.) nach außen zu richten. Das geht deswegen gegen dich selbst. Selbstmord kann bei solchem Verhalten die letzte Konsequenz sein.

  6. Innerer Kritiker, genau das ist es. Ich kämpfe mich gerade selber aus einer mittelschwerden Depression heraus und ich beschreibe das immer so.Die Depression ist ein ständiger Kampf mit einem selber. Seit einem Jahr lerne ich mit Hilfe meiner Therapeutin mich selbst zu akzeptieren und gut zu mir selber zu sein. Ich schaff das, ich komm da raus, wir kommen da raus, wenn ihr selbst betroffen seid, bitte kämpft weiter, ihr seid es wert!

  7. Das größte Problem bei Depressionen ist dass sie nicht sichtbar sind. Und was nicht sichtbar schmerzt kann ja nicht so schlimm sein. Und doch zerreißt es einige von uns. Ich meine ich bin 16, habe seit meinem 12. Lebensjahr Depressionen und bei mir dachte niemand das es mir so schlecht geht. Wie soll ein kleines kind auch so kaputt sein? Hätte ich es nicht diagnostiziert bekommen würde meine eigene Familie mir immernoch sagen ich soll mich doch zusammen reißen. Es muss menschen bewusst werden dass jeder seine Geschichte hat und jeder schmerzen empfindet. Wenn das mehr menschen bewusst wird und mehr menschen dies akzeptieren, dann würden depressive leute auch nicht so viel angst davor haben darüber zu reden. Aber darauf kann man wahrscheinlich noch lange warten

  8. ich hab selber depressionen und bin nach einem suizidversuch in die kinder- und jugendpsychatrie gekommen(da war ich 12 und total überfordert mit allem). erst dachte ich wirklich da wird mir geholfen, aber die ärtze wollten von anfang an nur, dass ich medikamente nehme. ich hab mich seitdem sehr verändert aber die depressionen hab ich immernoch. manchmal hab ich heulkrämpfe und wieder den drang mich selbst zu verletzen und manchmal fühl ich mich so leer, dass es wehtut.

  9. Löl ich hab gerade Erfahren, dass man schwierigkeiten bei der Verbeamtung als Lehrer hat, wenn man auch nur mal in Therapie war. Hubi… kannste darüber mal nen Film machen? Das wäre sehr sexy für mich.

  10. Diese dreckigen Kapitalisten! Der Arbeitgeber interessiert sich nur für das Geld und seine 'Sklaven' interessieren ihn einen Dreck ! Kein Wunder, dass viele Menschen unter Depression leiden…

  11. Ich bin ehrlich gesagt froh, das sich inzwischen kaum noch Menschen darüber amüsieren, wenn ich erwähne das ich unter depressiven Phasen leide.

  12. Ich finde das hat nicht wirklich Depression gezeigt sondern mehr Burnout. Also In Bezug auf Arbeit, Druck und Erfolg. Depression ist aber weit mehr als sowas. Leute haben auch aus anderen Gründen Depression. Mobbing, Einsamkeit, schwere Kindheit, Traumata oder "geerbt". Es wird meiner Meinung nach zu viel über diesen Leistungsdruck geredet als über die Depression selbst.

  13. Einen Experten fragen…. Einen teufel würde ich nochmal tun, zu irgendwelchen Ärzten zu gehen, die mir mein Leben noch schlimmer machen wollen, als es eh ist.

  14. Das Leben in Deutschland macht ja auch krank, weg, raus, ab in den Süden für ein paar Wochen, und am besten nie mehr zurück, aber wer macht das schon tatsächlich? 😳

  15. Machst du nix bist du nix. Bisher hab ich nie realisiert das dieses arcpoetica mein Krebs ist. Jetzt wurde klar. Danke dafür

  16. Ich würde jetzt nicht von mir behaupten, dass ich depressiv bin, aber so glücklich mit meinem Leben eben auch nicht…
    Was mich immer extrem stört, ist die Frage, mit der eigentlich jedes Gespräch/Smalltalk anfängt: "Na wie gehts?" / "Gehts dir gut?"/ "Alles Klar bei dir?"
    Ich antworte immer: "Ja alles gut soweit" bzw. "Joa mir gehts gut und selbst?" und das auch, wenn es mir mal nicht gut geht…
    Auf der einen Seite will ich ja ehrlich zu den Leuten sein und nichts vorspielen, aber man möchte die Leute ja auch nicht mit seinen Problemen vollquatschen, deswegen lüge ich auch oft vor Eltern, Familie und Freunden und gebe halt an, dass es mir gut geht.
    Im Endeffekt bleibt dieses Unbehagen

  17. Hubertus Koch einer der wenigen echten in seiner Branche! Seine Bericht Erstattung ist NIE einseitig, immer tiefgründig immer gut recherchiert und immer on Point ! Kein Grund für Selbstzweifel Digga 🤙💪✌️

  18. Es kann jede*_ treffen 🙁 Gründe gibt es genug! Und dann ist "man" ersnthaft krank, zuviel Stress so gut es geht vermeiden!

  19. Naja, hätte ich damals als ich im Wald war nicht mein Handy mit gehabt, wäre ich jetzt Tot.
    Hätte sie nicht gemerkt das ich mich komisch verhalten habe, wäre es wohl zu spät gewesen.
    Sie hat mich angerufen und gesagt ''Wenn du gehst, werde ich dich vermissen''
    Das ist der Satz, der mein Leben gerettet hat. Ich wollte nicht mehr mit der Klinge in der Tasche tiefer in den Wald laufen, ich wollte nicht mehr irgendwo sitzen, warten bis es dunkel wird und zustechen.
    Ich wollte nicht mehr mit einer riesen Blutlache unter mir im Wald liegen, mir nicht mehr die Pulsader aufschneiden.
    Ich wollte nurnoch nach Hause, in mein Bett und dort Weinen. Das war alles was ich in diesem Moment machen wollte. Einfach nurnoch in meinem Zimmer liegen und Weinen.

  20. Für mich ist er ein Held, weil er durch seinen Tod, viele Menschen wachgerüttelt und auf die Gefährlichkeit dieser Krankheit aufmerksam gemacht hat. Dadurch hat er bestimmt vielen Menschen das Leben gerettet.
    Denn oftmals werden Menschen mit Depressionen nicht ernst genommen und leiden deshalb still und leise vor sich hin, schämen sich sogar dafür und sehen irgendwann keinen Ausweg mehr…
    R.I.P ❤

  21. Ich habs satt immer vor anderen mein falsches Gesicht zu zeigen, dass mir es gut geht. Ich habs satt dass mir andere mein Leben vorschreiben und ich dagegen nichts machen kann…

  22. Hier in der Reportage wird es irgendwie so dargestellt, als ob Depressionen davon kommen, nicht zu genügen und dass man mehr will/besser sein will und das nicht erreicht. Also Leistungsdruck. Hier: Fotographie, Fußball, Uniabschluss…etc.
    Ich dachte Depression ist eine psychische Erkrankung und kommt nicht einfach so

  23. Depressionen sind heimtückisch, sie schleichen sich in deine Gedanken ein und sind wie ein innerer Dämon! Man muss ständig gegen ankämpfen. Man kann sich über nichts mehr freuen und bekommt seine ständigen Gedanken nicht in den Griff. Mich hat zum Teil auch die heutige Gesellschaft krank gemacht. Die Ungerechtigkeit und die Zustände auf der Welt sind kaum zu ertragen.

  24. diese doku ist jetzt wirklich mal sehr gut aufgezogen, nicht zuletzt durch den tollen und menschlichen journalisten!! auch finde ich es super, dass die perverse sportwelt mal wieder eins auf den deckel kriegt – ich weiß aus eigener leidlicher erfahrung, worum es da geht. DANKE FÜR DIESE TOLLE ARBEIT und EIN EXTRA DANKE AN FRAU ENKE FÜR IHRE SAGENHAFTE OFFENHEIT UND REFLEKTIONSFÄHIGKEIT!!!!!! und nochmal an hubertus….gerade mit deiner ganzen art öffnest du bei menschen die türen, ALLES RICHTIG GEMACHT – KEIN GRUND FÜR DIESE SCHLIMMEN SELBSTZWEIFEL – aber genau das führt uns auch vor augen, unter welchem druck wir doch hierzulande alle stehen und aufwachsen, dass jeder denkt, er sei nicht gut genug. PFUI DEUTSCHLAND!!

  25. Das ist das Problem bei vielen Menschen… von all der arbeit und dem ganzen Stress kommen die Leute nicht zu Ruhe und wenn sie dann mal in einem Punkt sind wo sie sich fragen, was ist eig. der Sinn des Lebens, für was der ganze Stress, vor allem wenn alles so oberflächlich ist und eig gar keine Bedeutung hat fangen die Leute an in eine Krise zu fallen. Ich wünsche und hoffe jedem das er seinem Leben einen Sinn geben kann und vor allem sich bewusst wird was der tatsächliche Sinn des Lebens ins.. im Endeffekt dauert ein Leben nicht lange, 50 60 70 Jahre und das wars.

  26. Alter Mensch haben Depression wegen schweren Gründen und dann kommen so Menschen die Depressionen haben, weil sie sich Druck machen wegen deren Photographien wtf

  27. ich finde deine videos toll, hubi – aber würde nie druck aufbauen wollen oder eine erwartungshaltung einnehmen

  28. Frau Emke drücke ich ganz fest die Daumen ,dass sie jemanden findet, der nicht ihren Mann ersetzt, sondern nochmals dass Leben erfüllt- sie ist ja eine sehr symphatische….

  29. Jenny hat Talent… sehr hübsches Mädel… sch… Tätowierungen… süße Stimme… Und zu dem, was sie und Hubertus sagen: mich deprimiert extremst, wenn ich andere Leute sehe, die mehr im Leben erreicht haben als ich. Egal ob kreativ, materiell, beruflich.
    Ich hab Frau, Kind, Wohnung… und bin unzufriedener als je zuvor.
    An manchen Tagen will ich einfach nur tot sein…

    Siehe 9:30….

  30. Ich kenne nahezu niemanden der keine Depressionen aufzeigt, wenn er an die Zukunft und die damit verbundenen Grausamkeiten denkt.

  31. Ich hatte eine schwere Depression gehabt echt. Ich bin freiwillig in der Klinik rein gegangen. So was ist es echt scheisse zu haben . Was auch scheisse ist das man so voll mit harten Medikamente voll gemüllt wird. Man fühlt sich an als man Zobbis ist. Richtige ruhig gestellt wirfst. Mehr sage ich nichts dazu.

  32. Was meiner Meinung nach viele nicht verstehen….in einem Land wie Deutschland. Ist….das wenn man alles hat, Wasser, Essen, Auto etc. erst dadurch all diese tiefen psychischen Probleme vermehrt entstehen. Blöd gesagt, ein Mensch im Afrikanischen Busch der seine Familie ernähren kann, und normal lebt, hat sehr sehr viel weniger wahrscheinlichkeit eine Psychische Krankeit zu "entwickeln".
    Es ist ein "westliches" Problem, trotz Reichtum komplett den eigenen Selbstwert aufzugeben.

    Ich bin selber extrem Depressiv, aber reflektiere extrem viel. Finde es im Grunde einfach interessant.

    WIchtig ist: Depression ist EXTREM Facettenreich. Da gibt es einfach zu viele Gründe, Hintergründe und Auswirkungen.
    Es muss keinen Schicksalschlag geben, es reicht das eigene Bewusstsein.
    Das Menschliche Gehirn im vergleich mit allem was es auf der Welt gibt ist einfach Unerklärlich.
    Und das in jede Richtung. Jemand der 40 Jahre der Nette Nachbar war, kann auf einmal seine Familie umbringen etc. Es ist einfach nicht fassbar was in dem Menschlichen Gehirn abgeht.
    Genauso kann man einfach so Depressiv werden, und das mit 1000 Ebenen.
    Schwierig wird da die "Behandlung".
    Mir z.B. bringt darüber reden einfach NICHTS. Und das verstehen auch viele nicht.

  33. Numb the pain with the money, numb the pain with the money

    Numb the pain with the money, numb the pain with the
    .. [ 21 savage] – ich feier euch y kollektiv aber lieber depri mit geld als depri ohne geld.

  34. Ich selbst leide seit 10 Jahren an Depressionen
    Trotz Therapien usw. Jahrelang waren das teilweise so schwere und schlimme Jahre
    Ich habe meine Familie ohne es zu wollen kaputt gemacht
    Und am Ende stand ich am Abgrund wollte und konnte nicht mehr
    Aber ich habs nicht gemacht weil ich es einfach nicht konnte
    Und der große witz an der ganzen sache: von außen sehen mich alle als lächelnden perfekten menschen an

  35. Was mir hilft ( und ich leb(t)e mit chronischer depression 16 jahre) ist die so genannte vipassana meditation.
    Beobachten, 1 stunde am tag. Alles was kommt. Nicht festhalten. Gehen lassen. Und es geht mir zutiefst besser. Alles geht vorbei, wenn du nicht reagierst.
    Diese technik arbeitet nur mit atem und sensations. Also nix von außen. Alles du selber.
    Ich glaube jeder der es schafft ,solche starken gefühle zu erzeugen, kann auch lernen, diese gefühle zu beobachten. Und letzten endes gehen lassen. Gesprächstherapie wird dich nicht an diesen punkt bringen. Mittlerweile würde ich mich auch nicht mehr als depressiv beschreiben.
    Alles Gute !

  36. Habe das Gefühl, dass die ältere Generation, also meine Eltern und deren Eltern, keine Zeit hatten sich Gedanken über sich selbst und die Welt in der sie leben zu machen, weil sie von klein auf arbeiten mussten und eine große Familie gegründet haben. Somit gab es nicht mal die Option einer Depression. Vielleicht liege ich auch falsch, es ist nur mein Eindruck.

  37. Bin selber depressive seit 2011. Habe lange versucht in meinem normal Job weiter zu machen, bis ich dann letztes Jahr feststellen musste, es geht nicht mehr. Darum habe ich wieder mit YouTube und mit Live-Streams angefangen, weil ich Spaß an der Kreativität habe, allerdings und das merke ich im Moment gerade sehr stark, es ist schwer wenn es kein Feedback gibt, wenn der Erfolg ausbleibt und man fühlt sich einfach schlecht. Fehlende Freunde und soziale Kontakte tun ein übriges. Doch egal wie scheisse es mir geht, eines kann ich nicht, mich selbst töten. Verdammt dazu diese Krankheit zu ertrage ohne sie, der Zeit, zu besiegen. Dieses Gefühl habe ich immer, gerade in den letzten Monaten. Ich weis nur eines, meine vielen kreativen Adern sind der Weg da raus und ich hoffe jeden Tag das vielleicht Menschen da draußen gibt das irgendwann erkennen. Sei es meinen Musik, die Texte, die Let´s Plays , die Vlogs, meine Zeichnungen oder das was ich auf Twitch im Livestream rüber bringe, ich weis der Punkt wird kommen, ich hoffe nur das ich dann noch da bin. Mein Körper baut immer mehr ab. Es ist echt komisch, wenn man selbst nichts mehr für sich tun kann..puh ganz schön viel, aber es ist halt nur grob umrissen wie es mir geht. Die Wirklichkeit ist viel schlimmer und würde keiner aushalten oder verstehen.

  38. Kann es nicht verstehen! Meine Oma hat den Krieg mitgemacht, nichts zu essen, 7 Kinder großgezogen immer gearbeitet. Wieso hatten sie damals keine Burnout oder depris?

  39. Der Mensch kann nicht dass sein, war er gerne sein würde, oder sich wünscht zu sein. Das ist das Problem. Viel zuviele Gefahren warten im Leben.

  40. Hä? Wieso sagt der Typ „2 Wochen Tabletten“? Antidepressiva brauchen erst mal einige Wochen bevor sich überhaupt eine Wirkung einstellt

  41. Ich hab selbst schon bei der Robert Enke Stiftung angerufen, mir will keiner helfen. Habe Angst so alleine zu sterben. Obwohl jeder von uns wieder alleine gehen muss. Wohne nur paar Kilometer von der Gleis Stelle. Hab auch schon oft darüber nachgedacht. Depressionen werden von den meisten nur belächelt. Traurig

  42. Im Grunde ist es doch egal was andere darüber denken die es nie hatten. Sowas können nur betroffene verstehen! Mich interessieren die Meinungen der Betroffenen garnicht.

  43. In thailand gaqb es einen typen der jeden tag in den sand, an der chill area, mit einen rechen bearbeitet hat. einfach so ohne grund muster reinzeichnen. allein das zusehen dieser chilligen arbeit war entspannend.

  44. Die Sache mit dem Zugfahrer so zu sagen finde ich aber auch irgendwie problematisch… Ich meine klar ist das in dem Moment für einen selber ein eher kleineres Problem, aber trotzdem macht man damit das Leben eines anderen kaputt, obwohl es auch andere Möglichkeiten gibt, sich das Leben zu nehmen, wo man weniger Leute mit reinzieht.
    Ich habe selbst Depressionen, auch wenn ich noch nicht versucht habe mich umzubringen, es würde für mich niemals in Frage kommen, das Leben eines unbeteiligten so zu zerstören.

  45. Ich stecke im Moment mitten in einer Depression. Es hat sich eingeschlichen. Ein Loch, heraus gekrabbelt, das nächste Loch schon etwas tiefer, wieder geschafft, aber es wurde zur Spirale, die Löcher immer tiefer, bis ich mich verlor und bis zur Autoaggression. Bis ich erkannte, daß Einzige das mich noch hier hält, sind meine Kinder. Und das ist ein schlechter Grund, denn das sollen meine Kinder nie tragen müssen. Deswegen brauch ich jetzt Hilfe und hole sie mir. Ich will mich zurück! Für meine Kinder und auch für mich selbst!

  46. Donnerstag 25 Juli 04.17 ich habe gerade erfahren dass sich eine gute Freundin dass Leben genommen hat. Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll…

  47. Auch grad in einer weil man mich ganz normalen Bürger aus der mitte überall zum nazi macht mein ganzes leben wird zerstört von vermeintlichen weltrettern die meinen alles und jeden zu informieren das man nazi wäre was ich niemals sein werde…ich werde zerstört und echte nazis werden in ruhe gelassen….die nazis sind nicht die AfD die Rechte NPD der 3. weg das sind die nazis gemeinsam bei europawahl kapp 25.000 stimmen afd hatte 4,300.000

  48. War vor 4 jahren ganz unten vorm selbstmord seitdem kämpfe ich mich da raus,mache nun immer musik wenn ich wieder nen tief bekomme und heute bin ich rank 1 weltweit unsigned djs bei mixcloud der grössten djseite der welt

  49. Krass.. eine der besten Dokus auf dem Gebiet. Ich hatte dieses Jahr auch so eine Phase. Ich war immer optimistisch und glücklich, aber in den letzten zwei Jahren kamen einfach nur negative Sachen zusammen, bis ich nicht mehr konnte. Ich habe es wie das Mädchen gemacht: mit einer Auszeit, Selbstliebe, Briefen an mich, meditation, Sport, bewusstem Kochen und ganz viel wieder in die Fotografie gewidmet – und zwar ohne Leistungsdruck.

  50. Ihr alle die Depressionen haben und noch bekommen werden. Sollten endlich mal Anfangen des Schöpfers Buch zu lesen. Es steht beschrieben im welchen Zeitalter wir leben und was danach kommen wird. Die Zeit der Depressionen wurde uns erklärt und wie wir sie Überstehen können wie wir uns später aus der Sklaverei befreien können. Das die toten mit den Lebenden zusammen Arbeiten werden. Um das zu Beenden wa Generationen erschaffen haben. Aber Ihr wollt es nicht annehmen die Freiheit deswegen zählt für alle nur das Ich und Ihr zerstört euer Haus in den Ihr Wohnt. Dabei steht es seit langem geschrieben wie alt wir sind wie alt die Erde ist und wer wir sind. Der Tatoomann. Ist der Mensch der das wissen erreicht hat. Die absolute Seeligkeit finden wird . Trotz seiner Zeichnungen die er glättet in sich. Übrigens hat er das Secret erkannt . Was jeder haben kann. Wirklich jeder! Respect. Hier ein paar Auszüge des langweiligsten Meistverkauften Buches dieses unseren Planeten. "Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres,
    und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen." (Lk 21,25-26) —–"Und weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, wird die geistliche Liebe in vielen erkalten." (Mt 24,12). Die Zeit der Drangsal war schon zu König Davids bekannt. Es ist ausführlich nieder geschrieben worden. Jedoch gibt es auch einen weg daraus . Es ist nicht der Kampf mit sich selbst da raus zu kommen. Es ist die Erkenntnis die erlangt werden muss in sich ,. Nicht für sich. Man muss das Okulte abschaffen für sich . Dieses nie wieder an sich ranlassen und keine Verträge mehr schließen , mit den was wir den Teufel nennen. Was der Teufel ist , wie er Arbeitet steht ebenfalls ausführlich beschrieben. Wir möchten gleich festhalten, Lucifer ist nicht Satan. Wer die Erkenntnis erlang , ist frei der Drangsal und voller Liebe und Arbeitet mit seinen Brüdern und Schwestern im Herzen. Seinen Mitmenschen. Der Arbeiter , der frei ist hat keine Zwänge in sich und geht in eine art Hilfsarbeiter für die Gesellschaft über. Das ist fast so wie in Startreck. LOL. Man trifft immer mehr die sich ansehen und die Köpfe erheben voller Stolz , liebe . Sie erkennen sich ohne Worten , sind freundlich . Nicht gespielte Freundlichkeit. Ihre Augen Strahlen voller Licht. Wer die Drangsal zeit nicht Übersteht. Die übrigens bald vorbei ist verfällt den Erden Gott. Er wird zu Sklaven gemacht und wird gezeichnet und wird , für das Tier so genannt , Arbeiten und nur essen bekommen wenn es genug getan hat , nach seinen willen. Danach wird die Endzeit beginnen. Wie lange die dann dauert . Ohh mann. Das will ich nicht wissen. Ich bin liebe hier ein Lieber Moralischer Kämpfender mit mir meinen Mitmensch und möchte den misst nicht mitmachen. Minimalismus kann Helfen muss es aber nicht: Reichtum kann schön sein. Will man aber nicht. Armut brauch keiner. Wir brauchen uns alle jeder brauch jeden. Ich könnte darüber ein Buch schreiben. So fließt es immer wieder aus mir raus. Ich bin . Du bist . Wir sind. VG

  51. Bete zu Gott und Jesus Christus. Jesus ist der einzige, der dir helfen kann bei Depressionen und Angst. Ich hatte schlimme Selbstmordgedanken und bin jetzt seit 10 Jahren komplett geheilt, von einem Tag auf den anderen. Bitte probiert es aus, betet zu Jesus. Alles Liebe

  52. Die gute Frau hat das Problem gehabt was viele andere Frauen und nicht ganz so viele Männer haben … Instagram, Facebook etc. und ein dadurch resultierendes Minderwertigkeitsgefühl bzw. mindestens Stress durch den "Konkurrenzdruck".

  53. Es liegt an det Gesellschaft und besonders an diesem Massenwahnsinn, diese Blindheit hier für das Leid der gesamten Welt!!!

  54. Depression ist eine Kunst, die keine Kunst (mehr) sein will.Ommmmmmmmmmm
    Nicht der Stern, sondern das Geheimnis heilt die Kunst.GanzvielOmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm

  55. Ich habe depressionen weil ich es so übertrieben schwer habe in der ausbildung und weil ich keine freunde habe und noch mehr, ich habe aber schiss so zeug zu tun wie ritzen oder suizid aber wegen dieser angst sage ich mir immer dass ich ein angsthase bin und nie was erreichen werde und wegen diesen gedanken kommen wieder depressionen. ein dummer teufelskreis der mich mit der zeit immer und immer mehr kaputt macht

  56. Dieses Mädchen hatte eine leichte Depression. Definitiv nicht die richtige um diese Krankheit zu erklären. In einer Depression kann man gar nix mehr. Man fühlt sich nicht mehr Teil der Gesellschaft, man hasst sich selbet, man erkennt keinen Ausweg mehr. Mann will sich das Leben nehmen, weil man sich so alleine fühlt.

  57. Leicht gesagt.  Hab mich Jahre lang bemüht ein gewisses Rahmenprogram afrecht zu erhalten, um die Grunddepression in mir zu verschleiern… oder halt nicht im Vordergrund stehen zu haben. nur musste ich feststellen das sobald ein Riss im rahmen entstand, meine Psyche sofort kolabierte. (Also keinerlei Druck gegen ein Problem ausübte.) das ging ne zeit lang. aber dann häuften sich die Löcher im "Rahmen" und zack war vorbei. Nu Stehe ich im vollen Bewusstsein, Depressiv zu sein. (Aufgefallen ist es im Nachhinein vor etwa 6 jahren. und Akut vor 4. (Der Moment als mein Hobby einfror und nichts neues mehr entstand.)Nu steh mal da mit sonem Mindset!! Rafft man sich auf und läuft ein paar Meter? Oder wägt man ab, wie man geht. das ist zwar in irgend einer Form seltsam. Aber generell nur ne organisatorische Frage. (Ich glaube das ist auch der Grund warum man sich in der "Kritischen Phase" von seinem Umfeld distanziert… um wohl die Frage "Warum nicht" leichter zu beantworten.  Aber ist nur ne These. hab da noch keine Feldstudie draus bilden können. Und zündet der Kerngedanke. wird's mit einem Ergebnis auch schwierig. Worauf ich hinaus will!! Wenn der Depressive!! nicht selber davon spricht…depressiv zu sein. bekommen das die wenigsten mit. wichtig ist dabei… Verhaltensforschung. oft neigen Depressive vor dem Ende dazu, Dinge zu tun die sie nie zuvor gemacht haben. Das kann alles sein. kommt auf den Menschen und seinem Rahmen an. 😉

  58. Der Tättowierer so ein König, zieht seine chain aus und gibt sie dem Interviewer und zieht die nächste chain an hahhahaahah

  59. Guter Beitrag. Aber was sollte die scheisse die Fahrwerksfeder auf den gefrorenen See zu werfen statt sie zum nächsten Schrotti zu bringen? Versteh ich nicht. Fand ich Panne.

  60. Psychose mit Schizophrenen Elementen… November 2016. Suizidversuch.
    Knapp 7 Wochen Klink… 2 Jahre Krankgeschrieben.
    Befinde mich aktuell auf dem Weg der Besserung. Wieder Struktur im Tag und soziale Kontake.

  61. Die ganze gesellschaft entwickelt sich in die falsche richtung, sensible nehmen das viel stärker wahr.

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